TV Hackday

tv-hackday Spätestens seit dem Film The Social Network sind Hackdays einer breiten Öffentlichkeit ein Begriff. Beim Hackday arbeiten Programmierer, Konzepter, Designer und Künstler intensiv zusammen um ein Projekt bis zum Ende des Hackdays zum Abschluss zu bringen. Sie kreieren gemeinsam Remixes, Features, Apps, Services, Produkte oder Inhalte. Für Facebook zum Beispiel haben sich Hackdays mehr als ausgezahlt. Features wie der Like-Button, die Timeline oder der Chat wurden bei internen Hackdays entwickelt.

Hackdays bieten Teilnehmern die Chance in neuen Teams an neuen Aufgaben zu arbeiten, die sie so sonst nicht bearbeiten. Daraus entstehen kreative neue Ideen und Umsetzungen und natürlich neue Blickwinkel und Erfahrungen für alle Beteiligten. Neben den Hackdays in Firmen haben sich thematische Hackdays etabliert. Vor allem die Music Hackdays haben eine lange Tradition. Sie bringen seit Jahren Kreative, Künstler und Entwickler zusammen woraus von neuen Instrumenten bis kreativen API-Mashups viele neue Produkte entstanden. Ausgehend von der Musik haben sich Hackdays auf Filme, Photos und natürlich auch TV ausgeweitet.

Vom ersten Twitter-TV-Mashups, die wir 2010 beim ersten deutschen TV Hackday im stillen Kämmerchen in Hamburg entwickelt haben hat sich das Format rasant weiter entwickelt. Letztes Jahr gab es zeitgleich in Paris, London und Berlin TV Hackdays und auch die MIPCOM hat mit The Boat that hacked Hackdays ins Programm aufgenommen. Dieses Jahr fand zudem bereits ein großer TV Hackday in Boston statt und in Kürze steht der TV Hackday in München an.


Ein Hack Beispiel vom Boat that Hacked

Das schöne an Hackdays ist, dass es ein klares Ziel für alle Teilnehmer gibt. Am Ende soll ein lauffähiges Produkt der Jury vorgestellt werden. Dazu schließen sich die Teilnehmer zu Teams zusammen und arbeiten gemeinsam an ihren Hacks. Jeder Teilnehmer kann zu Beginn seine Idee pitchen und Teammitglieder suchen oder sich einfach einem Team anschließen. Idealerweise ergibt sich daraus ein bunter Mix aus Designern, Entwicklern, Konzeptern und TV-Machern, die sich gegenseitig in ihren Fertigkeiten ergänzen. Der Hackday ist also keineswegs nur für Entwickler sondern deckt die ganze Bandbreite ab. Es muss auch nicht unbedingt programmiert werden, auch kreative Inhalte und Umsetzungen sind zugelassen. Aus diesem Mix aus unterschiedlichen Kompetenzen entstanden im letzten Jahr in Berlin zum Beispiel ein Timed-Comments-Hack, der Kommentare zu einem Video auf der Zeitleiste anzeigt, eine personalisierte Version des ARTE-TV-Programms oder der Human Remote Hack.


Der Human Remote Hack von Schnee von Morgen beim TV Hackday 2012 in Berlin

Diese Hacks illustrieren eine weitere Besonderheit der Hackdays. Oft werden neue Schnittstellen oder Datensätze verfügbar gemacht wie im letzten Jahr die ARTE-Programm-API. Beim TV Hackday in München wird es zum ersten Mal Zugriff auf verschiedene APIs von JOIZ geben sowie Zugriff auf die ZDF Mediathek. Des Weiteren werden Daten von ProSiebenSat.1 und mixd.tv verfügbar sein. Philips stellt zudem TV-Geräte bereit für diejeningen, die ihre Ideen für den Fernseher umsetzen möchten.

Wer also zwei Tage lang mit neuen TV-Inhalten, Schnittstellen oder gänzlich neue Ideen experimentieren und diese in die Tat umsetzen möchte ist beim TV Hackday genau richtig.

Die Details & Anmeldung zum TV Hackday in München am 22. und 23. Juni gibt es hier.

TV Experience im Web: alles an einem Ort.

Mit dem heutigen Relaunch von ARTE+7 bringt ARTE die TV Experience ins Netz und damit ein Projekt zum Abschluss, das ich von Anfang bis Launch begleiten durfte. Da einige der Erkenntnisse und Fragestellungen des Projekts durchaus nicht nur für ARTE gültig sind möchte ich ein paar der Überlegungen und Erfahrungen aus dem Projekt hier zusammenfassen.

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Zielsetzung

Begonnen hat alles mit der Fragestellung: Wie kann ARTE neue Nutzer jenseits der Fernsehzuschauer erreichen und gleichzeitig den Inhalt adäquat präsentieren? Bei näherer Untersuchung ergab sich, dass Nutzer im Netz ein fragmentiertes Bild von ARTE erhielten. Die Webseite spiegelte nur bedingt das aktuelle Programm wieder und es gab für jedes Programm mehrere Anlaufpunkte: Teaser auf der Homepage, Livestream, TV-Guide, Sendungsbegleitung bis hin zur Mediathek (ARTE+7). Das Erlebnis der Nutzer hing somit stark vom gewählten Einstiegspunkt ab. Je nach Zugang erhielten Nutzer mehr oder weniger Informationen und Medien. Demgegenüber steht die TV Experience. Die TV Experience …

  • … ist „on“ es kommt sofort ein Programm.
  • … bietet eine limitierte Auswahl.
  • … begleitet Zuschauer durch die Zeit.
  • … ist Gesprächsstoff & Common Ground.
  • … ermöglicht soziale Erlebnisse.

Somit ist die TV Experience im Kern sozial, programmiert und begleitend. Möchte man das Programm eines TV-Senders also ins Netz bringen sollte sich das Produkt daran orientieren. Aus diesen Überlegungen resultierte im September 2011 folgende Zielsetzung für das Projekt ARTE transportiert die TV Experience ins Netz, bündelt und konsolidiert die Inhalte rundum einzelne Sendungen und bietet offene Schnittstellen für Entwickler und Partner.
TV-Guide-Konzept

Diese Zielsetzung bedeutet die Auflösung der Trennung von Livestream, Programmbegleitung, TV-Guide und Mediathek. All diese Informationen und Medien werden auf einer Seite zusammengefasst und den Nutzern gebündelt je Programm angeboten.

Umsetzung

Daraus folgen verschiedene Herausforderungen bei der Umsetzung. An dieser Stelle möchte ich besonders auf den Content Lifecycle, ein Programm eine URL, die zentrale Programmdaten API und die Userexperience eingehen.

Content Lifecycle

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Aggregiert man alle Informationen und Medien zu einem Programm wird schnell klar, dass zu keinem Zeitpunkt alles verfügbar ist: der Livestream ist nur zur Ausstrahlung vorhanden, die ARTE+7 Videos in der Regel nur sieben Tage nach Ausstrahlung und zu machen Zeitpunkten gibt es noch nicht einmal ein Bild. Eine Programmseite muss also sowohl wachsen als auch schrumpfen können. Diese Anforderung wurde mit zwei Logiken umgesetzt.

full-vs-min Zum einen besteht die Seite aus Inhaltsmodulen, die bei Bedarf angezeigt werden. So bestimmt der vorhandene Inhalt (Videos, Bilder, Texte etc.) den Umfang der Seite.

Zum anderen verfügt jedes Programm über einen Content-Lifecycle, der sich im Kopf der Seite widerspiegelt. Dort wir jeweils der hochwertigste Inhalt angezeigt. Wenn das Programm läuft wird dort z.B. der Livestream angezeigt oder das ARTE+7 Video nach Ausstrahlung. Mittlerweile umfasst der Lifecycle bei manchen Programmen bis zu 10 Stati und berücksichtigt seit neustem auch, dass ARTE+7 Videos bereits 5 Minuten nach Ausstrahlungsbeginn verfügbar sind (Instant-Replay). Das besondere am Lifecycle ist, dass er nicht nur auf der ARTE Seite funktioniert sondern auch eingebunden werden kann. Embedded man also ein ARTE Programm enthält der Embed ebenfalls immer den hochwertigsten Inhalt:

Ein Programm, eine URL

Jedes Programm erhält eine eindeutige Adresse unter der Nutzer jederzeit alle verfügbaren Informationen zum Programm erhalten. Dies ist besonders im Hinblick auf das Social Web von Bedeutung. Wurde bisher ein Link zur Programmankündigung geteilt konnten die Nutzer nach der Ausstrahlung damit nichts mehr anfangen. Dank des Content-Lifecycles behalten die URLs ihren Wert und der gesamte Traffic sowie die komplette Konversation auf der Seite und im Social Web rund um ein Programm werden gebündelt. Die URL ist also die Linse, die Besucherströme und Konversation fokussiert.

Programmdaten API

Die vielen Statis im Lifecycle deuten die Komplexität an, die hinter dieser Entwicklung steht. Die komplette Umsetzung war nur möglich, weil eine neue Programmdaten API für die Applikation entwickelt wurde, die direkt an die Programmdatenbank angeschlossen ist. Die API aggregiert alle Daten und managed als Logik im Hintergrund die Komplexität. Das schöne an dieser neuen Schnittstelle ist, dass sie nicht nur für die Programmdaten auf der ARTE Seite verantwortlich ist sondern auch in den verschiedene Apps von HbbTV bis XBox zum Einsatz kommt. Gerade die Entwicklung von Apps wurde durch die Schnittstelle erheblich beschleunigt. Letztes Jahr beim TV Hackday in Berlin konnten zudem erste externe Entwickler die neue Schnittstelle testen.

Fokus auf die Userexperience

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Eine zentrale Erkenntnis ist, wenn ARTE seine Inhalte nicht hochwertig darstellt tut es niemand anderes. Es gibt im Netz unzählige Seiten, die das TV-Programm abbilden und sich dabei gegenseitig überbieten mehr Werbeanzeigen auf der Seite unterzubringen. Hier gilt es ein Gegengewicht zu schaffen und den Nutzern ein hochwertiges Umfeld zum Entdecken und Konsumieren der Inhalte zu bieten.

tv-guide-relaunch-arte6 Deshalb fokussiert sich die Seite sehr stark auf den jeweiligen Programminhalt. Für die verschiedenen Nutzungssituationen werden unterschiedliche Einstiege (ARTE+7, Programm) angeboten wobei es sich bei den Einstiegen lediglich um angepasste Darstellungen der gleichen Inhalte handelt. Zudem wurde die komplette Seite responsive umgesetzt, so dass auch mobile Nutzer auf ihre Kosten kommen.

Erste Ergebnisse

Während ARTE+7 gerade erst online ging, ist der TV-Guide schon seit Ende Februar online, so dass es erste Erkenntnisse aus der Umstellung gibt.

  • likes-tweetsDie Likes und Tweets zu den Programmen haben die Erwartungen deutlich übertroffen. Vierstellige Likezahlen auf Programme sind keine Seltenheit – und das obwohl ARTE+7 noch nicht auf diese Seiten verwiesen hat. Nach der Umstellung dürften diese Zahlen nochmals deutlich steigen.
  • kommentare-tv-guideEs gelingt Gesprächsstoff zu erzeugen und den Nutzern soziale Erlebnisse im Netz zu vermitteln. Einerseits über das Sharing in Sozialen Netzwerken und andererseits über die Kommentarfunktion, die zum Teil rege genutzt wird.
  • Die Verweildauer auf den Seiten konnte deutlich gesteigert werden. Die Nutzer verbringen dank der Medieninhalte doppelt soviel Zeit im TV-Guide wie zuvor. Diese Zahl wird nach der ARTE+7 Integration sehr wahrscheinlich noch einmal deutlich steigen.
  • Alle Daten kommen aus einer Hand. Die Programmdaten werden nicht mehr für einen Ausspielweg aufbereitet sondern zentral in der Programmdatenbank erstellt und dann über die Schnittstelle ausgespielt.
  • Die Seiten sind gute Linkziele. Verschiedene Blogs und Foren embedden und verlinken die Seiten und sorgen so für eine deutliche Reichweitensteigerung der Programmseiten.

Fun facts – Learnings

Neben den großen Ergebnissen gab es auch einige Learnings. Filmfans lieben Jahreszahlen und Details. Im ersten Release waren Produzent und Jahreszahl nicht präsent, was zu einigen kritischen Kommentaren führte.

mobile-vs-desktop

Mobil ist die Zukunft – sie braucht aber noch etwas. Das Mobil-Paradigma hat es noch nicht auf den Desktop geschafft. Responsive braucht Zeit und ist aufwändig zum Testen. Responsive hat viele Vorteile aber bei der Entwicklung zeigt sich, dass sich der Testaufwand deutlich erhöht – vor allem, wenn sich bei den Breakpoints mehr ändert als die Anordnung und Größe von Boxen.

TV Experience im Web

Um noch einmal auf die TV Experience zurück zu kommen, diese wurde wie folgt umgesetzt. Die Applikation …

  • … fokussiert auf das Programm als zentrales Element.
  • … bietet die selbe Auswahl wie im linearen.
  • … begleitet Zuschauer mit dem Content-Lifecycle durch die Zeit.
  • … ist dank Social Networks und eindeutiger URLs Gesprächsstoff & Common Ground.
  • … ermöglicht soziale Erlebnisse über Diskussionen in den Kommentaren und Blogs.

Die Entwicklung an der Applikation ist noch nicht abgeschlossen und es gibt noch einige Features, die auf der Roadmap stehen aber ich bin davon überzeugt, dass die momentane Version ein sehr guter erster Schritt ist.

Dankeschön

An dieser Stelle deshalb ein Dankeschön an die Projektbeteiligten: Elise Mercier (Projektleiterin), Matthieu Breen (Technischer Projektleiter), Sébastien Cappe (Design), Kreuzwerker (Frontendentwicklung: TV Guide), Yann Klis (Frontendentwicklung: ARTE+7), Benjamin Fischer (Projektsponsor) und Florian Hager (Projektsponsor).

Audience Development – vom TV-Sender zum online Reichweitengarant.

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Ein erfolgreiches Audience Development ermöglicht es im Netz Reichweite für Inhalte zu garantieren. Jenseits des einfachen Verfügbar-Machens von Inhalten gilt es beim Audience Development gezielt ein Publikum für Inhalte zu finden und zu binden. Dieser Artikel gibt eine Einführung in die Anforderungen und Strategien des Audience Developments.

Fernsehen bietet Zuschauern einen attraktiven Mix, der eine ganze Bandbreite an Bedürfnissen befriedigt. Dieser Mix sorgt dafür, dass eine emotionale Bindung ans Fernsehen entsteht, was mit eines der größten Assets der Sender ist.

People love TV. This positive emotional attachment is extremely powerful, and it takes many forms. People describe their TV as a companion, advisor, time killer, necessity, educator, social life enabler, child-minder, boredom-buster, stress-fighter, lullaby, and low-maintenance friend, among other things. The emergence of new TV usages should complement these social values.

Intel User Experience Group

Im Internet werden die einzelnen Jobs nicht gebündelt bedient sondern jedes einzelne Bedürfnis von einem spezialisierten Service. Das Smartphone ist der Companion, Google der Advisor, Tumblr der Time-Killer, Kahn Academy der Educator und Facebook der Social-Life-Enabler. Die Aufzählung zeigt mit welcher Herausforderung es die Sender aufnehmen müssen, wenn das Medium wegbricht und ihre Inhalte im Netz für sich allein stehen. Bisher war Fernsehen die Antwort auf eine Vielzahl von Bedürfnissen – im Netz sehen sich die Sender jedoch an jeder Ecke mit herausragenden Konkurrenten konfrontiert. Wenn sie sich also nicht mehr auf die Kraft des Mediums zur Bindung des Publikums verlassen können, müssen sie neue Wege finden die Nutzer zu Binden.

Audience Development – der Programmdirektor im Netz

Hierin liegt die größte Chance und Herausforderung des Wandels: der Aufbau von emotionalen Bindungen der Nutzer an einzelne Inhalte.

You have sunk millions into content management systems. But how much have you spent on your most monetizable asset, your audience? You should be as systematic in audience development as you are in content creation, if not more so. Whether it’s with established processes or dedicated algorithms, make audience development a competitive advantage. Get so good at it that you truly know how to maximize every piece of content you create — and multiply your ROI.

– Ben Elowitz, CEO, Wetpaint

Das Audience Development analysiert und kennt das Publikum und seine Bedürfnisse. Es weiß welche Kanäle für welchen Inhalt relevant sind und wie diese bedient werden können und es spiegelt die Erfahrungen aus der Verbreitung der Inhalte zurück in die Produktion, so dass die Inhalte besser auf die relevanten Kanäle passen. Ist es im linearen Programm die Verantwortung des Programmdirektors dafür zu sorgen, dass die Zuschauer ein attraktives Programm vorfinden. Ist es im Netz die Aufgabe des Audience Developments auf jedem Kanal einen attraktiven Mix bereit zu stellen und somit die Reichweite für den jeweiligen Inhalt sicherzustellen.

Doch das Finden eines Publikums für einen Inhalt ist nur die halbe Miete. Der mindestens genauso wichtige Teil ist es die Nutzer zu binden, so dass sie in Zukunft einfacher angesprochen werden können. Hierin liegt das eigentliche Geheimnis des Audience Developments. Nämlich eine Reichweite für einen Inhalt garantieren zu können bevor dieser überhaupt veröffentlich oder manchmal sogar produziert wurde. Dies gelingt über unterschiedliche Strategien, die ich kurz vorstellen möchte.

Destination-Strategie: Portale

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Die klassische Audience Development Strategie besteht darin eine Destination für Inhalte aufzubauen und diese zu bewerben. Die Logik dahinter ist, dass die Inhalte stark genug sind, dass Nutzer von sich aus danach suchen und somit auf das Portal gehen. Weißt das Portal einen attraktiven Mix an Inhalten auf, kann es über einen geschickten Audience Flow das Publikum auch auf neue Inhalte leiten und entwickelt sich dann über die Zeit zu einer Marke. Anhand des Traffics des Portals lässt sich anschließend ableiten wie hoch die Reichweite eines neuen Inhalts sein könnte.

Die Herausforderung hier ist ein solches Portal/Destination im Kopf der Nutzer zu verankern. Hier gibt es nur wenige Gewinner und die Diskrepanz zwischen den Videoabrufen auf z.B. YouTube und den Sender-Mediatheken zeigt wie schwierig diese Strategie ist.

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Haben es in den USA zumindest drei Bewegtbildangebote (YouTube, Netflix und Hulu) geschafft sich im Bewusstsein der Nutzer als Destination zu verankern ist es momentan in Deutschland lediglich YouTube.

Soziale Netzwerke zur Nutzerbindung

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Bei fast allen Sendern wird mittlerweile auch Social Media als Kanal ernst genommen. Allerdings wird das eigentliche Potential manchmal noch unterschätzt. Denn statt lediglich als Marketingkanal zu dienen kann über die verschiedenen Plattformen ein signifikantes Publikum aufgebaut werden, das in einem nächsten Schritt direkt in Aufmerksamkeit und Reichweite umgesetzt werden kann. Vor allem Berlin Tag und Nacht hat dies beim Spin-off Köln 50667 erfolgreich demonstriert. Indem der Start der neuen Serie geschickt in die Welt von Berlin Tag und Nacht integriert wurde war es möglich am ersten Tag über 160.000 Likes auf das Facebook Profil von Köln 50667 zu bekommen, was einer Konversion von 7% entspricht. Ein weiteres Beispiel wie effektiv über Social Media auf neue Inhalte aufmerksam gemacht werden kann ist Ponk. Mediakraft hat sein YouTube Netzwerk eingesetzt, so dass es gelang für den Original Channel innerhalb von einem Tag 100.000 Abonnenten auf YouTube zu gewinnen.

Beide Beispiele zeigen, wie man über Social-Media-Aktivitäten neuen Inhalten schnell zu einer signifikanten Reichweite verhelfen kann. Jeder Abonnent, Fan oder Follower ist ein Nutzer, der potentiell über neue Inhalte informiert wird und dem weitere relevante Inhalte angeboten werden können. Mit etwas Erfahrung kann man so relativ sicher planen, wie viele Abrufe ein neues Video/Format erzielen wird.

Apps als direkter Kanal

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Während die Strategien bis hierhin für die TV Sender mehr oder weniger zum Standardprogramm zählen beginnt bei den Apps die Kür. In diesem Bereich haben es die Sender vor allem auch mit neuen Anbietern zu tun, die erfolgreich ihr eigenes Publikum aufbauen.

Rovio, das Angry Birds entwickelt, treibt seit Jahren den Markt vor sich her. Mit 1,7 Milliarden App-Downloads und ca. 600 Millionen Geräten auf denen Angry Birds verfügbar ist haben sie eine perfekte Plattform um darüber die neue Cartoon-Serie Angry Birds Toons zu verbreiten. Die Apps dienen als Distributionskanal in den wöchentlich eine neue Episode eingespielt wird. Mit einem Schlag hat Rovio damit hunderte Millionen von Smartphones und Tablets zu Empfangsgeräten umfunktioniert und eines der größten Video-Distributionsnetzwerke der Welt aufgebaut und das in einem Umfeld das sie komplett kontrollieren. Rovio zeigt mit diesem Vorgehen einen interessanten Weg auf: zuerst Reichweite über einen dem Medium angepassten Inhalt aufbauen (Angry Birds) und dann im nächsten Schritt diese Reichweite über Bewegtbild monetarisieren.

Auf etwas kleinerem Niveau aber nicht minder interessant bewegt sich Vevo. Die Musikvideoplattform mutiert dank Apps zum linearen Sender und realisiert die komplette Distribution über diesen Vertriebskanal. Vevo bietet damit das gleiche Produkt wie die klassischen TV-Sender an (Einzelinhalte und lineares Programm) beschafft sich seine Reichweite jedoch rein digital über die Website und Apps auf iOS, Android, XBox, Roku usw.

CRM – Beziehungen aufbauen und pflegen.

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HBO hat ein Problem. Zwar produzieren sie Inhalte, die stark nachgefragt werden, doch sind sie sehr weit von einer direkten Kundenbeziehung entfernt. Zwischen HBO und den Kunden sitzen die PayTV Provider, die neben der klassischen Distribution auch die digitale Distribution kontrollieren – jeder Nutzer muss sich bei den HBO Apps mit seinem PayTV Login authentifizieren. Aus diesem Dilemma möchte sich HBO befreien und versucht mit HBO Connect eine direkte Beziehung aufzubauen. Auch die BBC sucht den direkten Kontakt mittels BBC iD. Neben Interaktionen erlaubt BBC iD auch eine Personalisierung der BBC-Angebote. Hintergrund beider Initiativen ist, dass die Sender Nutzerdaten erheben, die es ihnen ermöglichen Nutzer zu binden und direkt mit ihnen zu kommunizieren. Der große Vorteil hierbei liegt in der Elimination der Mittelsmänner.

Wie erfolgreich die Initiativen sein werden und in wie weit es überhaupt Sendern gelingen wird eine “Kundendatenbank” aufzubauen und gewinnbringend zu nutzen wird die Zeit zeigen. Ich bin der Meinung, dass jedes Benutzerkonto zehnmal so viel Wert ist wie ein Facebook-Fan oder Twitter-Follower, wenn es denn richtig eingesetzt wird.

Verschiedenste Einstiege: Inhalt, Zeit & Kontext

Die verschiedenen Ansätze zum Audience Development zeigen, dass es wohl keinen Königsweg geben wird. Die richtige Strategie hängt stark von den Inhalten und der Zielgruppe ab und kann sich zudem von Sender zu Sender unterscheiden. Doch was allen Ansätzen gemein ist, ohne ein erfolgreiches Audience Development schafft es auch der beste Inhalt nicht online sein volles Potential zu entfalten. Dieses Potential lässt sich nur ausschöpfen, wenn es gelingt den richtigen Inhalt, zur richtigen Zeit im richtigen Kontext anzubieten. Darin liegt die Kunst des Audience Developments.

YouTube Deutschland vs. YouTube International

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Der deutsche Onlinevideo-Markt ist sehr speziell, denn es gibt eine große Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage: Die Deutschen nehmen bei der Videonutzungsdauer im weltweiten Vergleich eine Spitzenposition ein – 1583 Minuten je Videonutzer/Monat vs. 1140 Minuten je Videonutzer/Monat in den USA. Wohingegen Deutschland bei den Video-Angeboten eher das Schlusslicht bildet: Ein deutsches Hulu-Äkquivalent ist noch immer nicht in Sicht. Netflix geht lieber nach England. Lovefilm und Watchever stehen noch am Anfang und müssen sich beweisen. So bleiben einzig YouTube und die verschiedenen Senderangebote, die die Nutzung vorantreiben. Doch auch das deutsche YouTube ist im internationalen Vergleich stark eingeschränkt. Von sieben Fokuskategorien (Beliebt, Musik, Sport, Spiele, Filme, TV Shows, Nachrichten und Spotlight) in den USA sind in Deutschland nur ganze drei (Beliebt, Sport, Spiele) verfügbar. Es lohnt sich also ein Blick in die fehlenden Kategorien zu werfen um festzustellen, welche Bereiche und Features im deutschen Angebot fehlen.

Musik

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Musik dürfte die Kategorie sein, deren Abwesenheit den meisten Nutzern in Deutschland auffällt. Nicht zuletzt das leidige Thema Gema vs. YouTube verhindert eine Freischaltung der Musik-Kategorie. In der Schweiz und in den meisten anderen Ländern finden die Nutzer unter diesem Punkt einen Einsteig in ein kategorisiertes Musikvideo-Angebot.

Filme

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Auch die Filme-Kategorie fehlt in Deutschland. Zwar gibt es einige (werbefinanzierte) Filme auf YouTube zu sehen, doch die kostenpflichtige Video-on-Demand Funktion fehlt. Während zum Beispiel in Frankreich die gleichen Filme auf YouTube und in Google Play angeboten werden, können hier Filme nur über den Play-Store gemietet werden.

TV Serien

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Ähnlich wie bei iTunes oder Maxdome können die Nutzer in den USA sowohl einzelne TV-Episoden mieten als auch ganze Season-Pässe erwerben und direkt auf YouTube die neusten Episoden ihrer Lieblingsserie sehen. Das Angebot ist breit und reicht von Breaking Bad über Glee bis hin zu Downton Abbey.

Mediatheken

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In einigen Ländern finden sich neben dem Pay-Angebot auch komplette Mediatheken von ausgewählten Sendern auf YouTube. In Frankreich sind die ARTE+7-Inhalte auch über YouTube erreichbar. Auch Channel 4 in England macht alle seine Shows auf der Plattform verfügbar.

Während die ARTE+7 Videos werbefrei sind, hinterlegt Channel 4 seine Shows mit deutlich umfangreicheren Werbeblöcken als es die Nutzer sonst auf YouTube gewöhnt sind. Zwei Spots zu Beginn und noch einmal zwei während eines 30-minütigen Videos verdeutlichen, dass Channel 4 auch auf YouTube Geld verdienen möchte.

Nachrichten

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Finden sich in einem Land genügend Videos von Nachrichtenangeboten bündelt YouTube diese in der Kategorie News und erleichtert Nutzern so den Einstieg.

Spotlight

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Im Spotlight stellt YouTube aktuelle Trends und ausgewählte Videos vor. Diese Auswahl wird redaktionell betreut.

YouTube als Plattform

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Eine weitere Besonderheit, die in Deutschland fehlt, ist die tiefe Integration von anderen Plattformen in das YouTube-Angebot. Vevo, das Sony Music und Universal Music Joint Venture mit einer umfangreichen Bibliothek an Musikvideos, hat eine Sonderstellung auf YouTube. Die Vevo-Musikvideos werden in einem Vevo-Player abgespielt und auch die Abspielseiten weisen ein Vevo-Branding auf.

Noch weiter geht es bei Crackle. Die Sony Film- und TV-Plattform bindet auf YouTube den eigenen Player ein und spielt auch eigene Werbung aus. Damit bietet YouTube nur noch Reichweite und überlässt den Rest Crackle.

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Auch Blogs und Nachrichtenseiten bietet YouTube eine Plattform, wenn auch auf einem deutlich geringeren Niveau. Die großen US-Seiten werden als Kuratoren sowie für einen umfangreicheren Video-Kontext auf YouTube eingebunden.

Wann legt YouTube den Schalter um?

Der Blick auf die internationalen YouTube-Angebote zeigt, dass es die Videoplattform schafft mit einem Produkt unterschiedlichste Bedürfnisse zu bedienen. Die Plattform weist eine gemeinsamen Informationsarchitektur auf, die sowohl Video on Demand, Mediatheken, Musikvideos als auch “klassische” YouTube-Videos abbilden kann und in verschiedenen Ländern unterschiedliche Ausprägungen hat. Das ist bemerkenswert.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass man mit dem Blick auf die unterschiedlichen Versionen von YouTube wohl die weitere Roadmap für Deutschland recht genau ablesen kann. Filme und TV-Serien als Video on Demand wird YouTube freischalten sobald die Rechte dafür geklärt sind. Ähnliches gilt für die Integration von Mediatheken. Hier ist wohl noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten – mehr aber auch nicht. Nachrichten und Spotlight werden wohl auch bald in Deutschland verfügbar sein.

Auf die anderen Elemente der Plattform werden wir wohl noch einige Jahre warten. Ich bezweifle stark, dass es in Deutschland einen Partner gibt, der groß und stark genug ist, dass ihm YouTube ähnliche Rechte wie Vevo oder Crackle einräumt und auch bei der Musik scheint eine Einigung in weite Ferne gerückt.

Deutsche YouTube Netzwerke im Überblick

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Auf YouTube entsteht ein neues Ökosystem. Doch in der Regel sieht man davon nur die schnell wachsenden Kanäle jedoch nicht die Strukturen, die dahinter aufgebaut werden: die YouTube-Netzwerke. Mit der millionenschweren Finanzierungsrunde von Mediakraft, einem der größten YouTube-Netzwerke in Deutschland, zeigt sich erstmals auch hierzulande, dass die Strukturen deutlich professioneller werden.

Während in Deutschland mit siebenstelligen Beträgen hantiert wird, erhielten in den USA zwei der größten YouTube Netzwerke Machinima und MakerStudios $35 Millionen bzw. $36 Millionen an Venture Capital, wobei sich die Investoren durchaus sehen lassen können Google (Machinima) und Time Warner (MakerStudios) sind nicht nur als Investoren an diesen Unternehmen interessiert.

Was machen YouTube Netzwerke?

Das Interesse dieser Unternehmen liegt viel mehr darin begründet, dass die Netzwerke vier wichtige Funktionen für YouTube und die Künstler erfüllen:

  • Sie entdecken und fördern Talente auf YouTube und helfen ihnen bei der Produktion.
  • Sie bündeln die Reichweite von mehreren Kanälen und vermarkten diese zu (hoffentlich) höheren Tausender-Kontakt-Preisen.
  • Sie helfen den Künstlern ein Publikum auf YouTube aufzubauen indem sie auf Crosspromotion innerhalb des Netzwerks setzen.
  • Sie unterstützen YouTuber bei der Pressearbeit und der Promotion auch jenseits der Plattform.

Allerdings werden die Netzwerke nicht nur positiv gesehen. Einige YouTube Netzwerke gerieten durch fragwürdige Verträge und Forderungen an ihre Künstler unter Druck und für so manchen YouTuber stellt sich die Frage was überhaupt der Nutzen für den Einzelnen ist, wenn er einem Netzwerk beitritt.

Die deutschen YouTube Netzwerke

Bis jetzt gibt es weder auf YouTube noch sonst wo eine umfassende Liste der YouTube-Netzwerke und ihrer Leistungen und Konditionen. Nicht alle Netzwerke erfüllen alle Funktionen und ihre Konditionen sind zum Teil sehr verschieden. Zudem verfügen viele Netzwerke noch nicht einmal über eine eigene Internetseite, was zu einer sehr intransparenten Situation führt.

Deutsche YouTube Netzwerke
Name # Kanäle Abonnenten Abrufe
KontorRecords* 56 1,274,870 1,678,794,202
IDG Germany* 92 3,792,540 1,481,901,949
MediakraftNetworks 132 6,053,356 1,062,580,899
AggroTV* 92 807,796 853,592,051
kbshowTV* 106 1,755,471 480,962,247
Tube Agency** 11 1,773,425 358,722,983
gameinsideshow 72 2,587,124 323,400,503
VIPinfotainment 23 330,119 235,670,887
ConstantinFilm* 358 125,270 218,195,523
MagnoliaNetz 25 797,485 187,831,854
Gold1TV 26 59,032 170,751,078
HometownNetworks 4 232,856 153,568,407
redcarpetdivas 6 78,805 102,185,548
divimove** 14 189,775 42,183,364
Total 1,017 19,857,924 7,350,341,495

Die Zahlen basieren auf YouTube Angaben und den Statistiken von SocialBlade. Die Kanalzahlen können durch “geclaimte” Inhalte verfälscht worden sein.
* die Zahlen beziehen sich nur auf die Top50 Kanäle des Netzwerks.
** Kein auf YouTube registriertes Netzwerk. Die verwalteten Kanäle ergeben sich von der Webseite.

Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen habe ich die obige Liste zusammengestellt. Nicht alle aufgeführten Netzwerke sind YouTube-Netzwerke im klassischen Sinne – zum Teil handelt es sich auch nur Zusammenschlüsse von mehreren Kanälen oder um Agenturen. Für weitere Hinweise auf deutsche Netzwerke in den Kommentaren bin ich sehr dankbar.

Die Zahlen illustrieren, dass auch die deutschen YouTube-Netzwerke über massive Videoabruf- und Nutzerzahlen verfügen. Mediakraft zum Beispiel spricht von monatlich 8,5 Millionen Unique Viewers, damit reihen sich die großen YouTube Netzwerke locker in die Top 10 der Videoangebote in Deutschland ein.

Deutsche YouTube Netzwerke

Es zeigt sich zudem, dass die Netzwerke je nach Inhalt unterschiedlich performen. Während zum Beispiel Kontor Records über die letzten Jahre aufgrund einer konstanten Musiknachfrage die meisten Abrufe erzielen konnte, sammelte Mediakraft mit seinen episodischen Inhalten die meisten Abonnenten und IDG Germany mit seinen Letsplays die meisten Abrufe in den letzten 30 Tagen. Es lohnt sich also die Netzwerke etwas näher zu betrachten und vorzustellen.

Kontor Records

Auch bei den Netzwerken spielt Musik die größte Rolle. Mit Kontor Records steht ein Netzwerk an der Spitze, dass hauptsächlich Musik im Angebot hat und Kanäle von Musikern wie z.B. Scooter vermarktet. Kontor konzentriert sich dabei auf die Vermarktung und das Bündeln der Inhalte.

Top3 Kontor Records Kanäle
Name Video Abrufe Abonnenten
kontor 1,498,259,495 1,118,600
atzenmusiktv 83,804,755 66,999
ziggyrafiq 23,388,631 13,599

IDG Germany

IDG betreibt ein YouTube-Netzwerk, das auf Gaming und Letsplays ausgelegt ist und damit eine natürliche Ergänzung zu den eigenen Marken wie Gamestar ist. Neben dem Netzwerk produziert IDG auch einen der neuen Original-Channels: high5. IDG kommuniziert zudem sehr offen und nennt die Leistungen, Verteilung der Erlöse und einen Best-Case (PietSmittie) auf der Anmeldeseite zum Netzwerk (Bedingung zur Aufnahme sind ca. 2000 Abrufe pro Tag). Mit Gronkh und Sarazar hat IDG zudem zwei Stars der Szene unter Vertrag.

Top3 IDG Germany Kanäle
Name Video Abrufe Abonnenten
Gronkh 505,507,133 918312
PietSmittie 271,578,700 421,594
gamestarde 104,675,856 210,768

Mediakraft Networks / MagloniaNetz

Mediakraft ist sicherlich das deutsche Vorzeige-Netzwerk. Zum einen weil es anders als die meisten Anderen nicht aus einer existierenden Unternehmung heraus entstanden ist sondern von YouTubern für YouTuber gegründet wurde. Zum anderen weil Mediakraft zu gleichen Teilen alle vier Aspekte abdeckt also Talente entdeckt, entwickelt, vermarktet und crosspromoted und das über so gut wie alle Genres hinweg.

Was Gronkh für IDG ist, sind Y-Titty für Mediakraft. Sie sorgen dafür, dass das Netzwerk die notwenige Strahlkraft hat und haben sicherlich ihren Teil dazu beigetragen, dass Ponk, der Original-Channel von Mediakraft, mit 100.000 Abonnenten am ersten Tag einen fabelhaften Start hingelegt hat.

Auch bei Mediakraft können sich YouTuber direkt bewerben (PDF-Link).

Top3 Mediakraft Networks Kanäle
Name Video Abrufe Abonnenten
YTITTY 311,550,767 1,030,504
AlexiBexi 103,414,801 356,174
freshaltefolie 97,808,254 488,023

Seit kurzem hat Mediakraft zudem das Subnetzwerk Magnolianetz gegründet, das sich auf Fashion und Lifestyle konzentriert und damit eine klar umrissene Zielgruppe bedient.

Top3 MagloniaNetz Kanäle
Name Video Abrufe Abonnenten
daaruum 47,748,118 183,618
EbruZa 41,425,429 125,232
xKarenina 39,936,194 107,330

AGGRO TV

Mit AGGRO.TV verhält es sich ähnlich wie mit Kontor Records. Auch hier stehen die Musik und die Künstler des Labels im Mittelpunkt und werden auf YouTube vermarktet.

Top3 AGGO TV Kanäle
Name Video Abrufe Abonnenten
aggroTV 466,147,364 348,142
OptikRecordsTV 106,653,065 59,440
diiltv 84,293,734 139,834

kbshowTV

kbshowTV ist das YouTube-Netzwerk von den Aussenseitern, die darunter ihre vielfältigen Aktivitäten auf YouTube bündeln. Zudem scheint YouTube dem Netzwerk noch einige weitere Kanäle zuzuordnen, die Videos von den Aussenseitern gepostet haben. Ob es sich hierbei tatsächlich um den aktiven Aufbau eines Netzwerks handelt oder um eine Ungereimtheit in den Daten von SocialBlade ist für mich im Moment nicht ersichtlich. Ich vermute letzteres.

Top3 kbshowTV Kanäle
Name Video Abrufe Abonnenten
DieAussenseiter 373,851,514 946,924
DieseSchuleRockt 38,774,645 266,375
Dima 20,584,326 154,403

Tube Agency

Die Tube Agency unterschiedet sich von den anderen Netzwerken insofern, dass sie nicht selbst auf YouTube als Netzwerk aktiv ist sondern YouTube-Künstler vertritt und vermarktet und zum Beispiel eine Tour mit den Künstlern organisiert. Die Liste der Künstler ließt sich sehr beachtlich. Von Alberto über Simon Desue bis hin zu den Aussenseitern und einigen mehr reicht das Portfolio.
Um Dopplungen zu vermeiden habe ich die Aussenseiter nicht in die Aufstellungen und Zahlen der Tube Agency mit aufgenommen.

Top3 Tube Agency Kanäle
Name Video Abrufe Abonnenten
albertoson 182.007.768 719.252
HalfcastGermany 99.416.109 392.186
playalbertoson 21.493.090 162.540

gameinsideshow

Das gameinsideshow-Netzwerk konkurriert in erster Linie mit IDG. Auch in diesem Netzwerk dreht sich alles um Letsplays und Spiele. YouTuber können sich per Email um die Aufnahme bewerben.

Top3 gameinsideshow Kanäle
Name Video Abrufe Abonnenten
commanderkrieger 67,466,885 357,977
elotrixhdx 37,552,801 405,036
m4xfps 23,267,195 143,529

VIP infotainment

VIPinfotainment bündelt in seinem Netzwerk eine ganze Reihe an selbstproduzierten Magazinen, die sich hauptsächlich mit Film, Wissen und Elektronik beschäftigen. Ob das Netzwerk offen für Dritte ist ist mir nicht bekannt.

Top3 VIPinfotainment Kanäle
Name Video Abrufe Abonnenten
vipmagazin 205,726,633 122,795
gamesmag 6,895,404 8,242
WissensMagazin 4,512,531 40,864

ConstantinFilm

Auch ContantinFilm bündelt seine YouTube Aktivitäten in einem Netzwerk. Ähnlich wie bei den Aussenseitern scheinen YouTube/SocialBlade Constantin hier zahlreiche weitere Kanäle zuzurechnen, die wohl Material von Contantin veröffentlichen. Anders kann ich mir das von SocialBlade ausgewiesene Netzwerk von 132 Kanälen mit Kanälen wie alvaro350z nicht erklären.

Top3 ConstantinFilm Kanäle
Name Video Abrufe Abonnenten
deutschertrailer 39,938,486 13,648
pogoking 35,836,013 1,998
alvaro350z 14,811,339 1,492

Gold1TV

Gold1TV betreibt ebenfalls ein YouTube Netzwerk und konzentriert sich darauf existierende Produzenten auf YouTube zu bringen. Im Gold1TV Netzwerk sind zum Beispiel KickerTV oder Daniela Katzenberger wobei die Masse der Abrufe aus dem MegaTrailer-Kanal kommt.

Top3 Gold1TV Kanäle
Name Video Abrufe Abonnenten
megatrailer 37,399,359 21,139
Arabian334 31,657,340 1,234
SthlmSolberga 30,545,205 1,492

HometownNetworks

Unter HometownNetworks bündelt 16Bars seine YouTube Aktivitäten.

Top3 HometownNetworks Kanäle
Name Video Abrufe Abonnenten
www16barsde 152,514,532 22,8232
16barsNext 567,328 2,723
16barsKompakt 486,451 1,932

redcarpetdivas

Wer genau hinter redcarpetdivas steht ist nicht wirklich ersichtlich. Eine Gemeinsamkeit scheint Viewster zu sein.

Top3 redcarpetdivas Kanäle
Name Video Abrufe Abonnenten
clippomania 68,474,806 20,622
ViewsterTV 15,636,938 42,913
CrazyToonWorld 10,059,152 6,538

divimove

Divimove ist wieder ein komplettes YouTube-Netzwerk allerdings konnte ich noch kein Netzwerk-Tag bei den auf der Webseite aufgeführten Kanälen entdecken, so dass unklar ist ob das Netzwerk lediglich den Künstlern hilft oder auch selbst auf YouTube aktiv ist.

Top3 divimove Kanäle
Name Video Abrufe Abonnenten
DiamondOfTears 7.942.232 26.667
TruckTVGermany 5.672.657 17.321
LegoStein13 5.460.130 12.153

Fazit: Wer fehlt?

Betrachtet man die deutschen YouTube-Netzwerke wird schnell klar, dass hier einige Anbieter signifikante Reichweiten angesammelt haben. 100 Millionen Videoabrufe im Monat sind eine Ansage und zeigen das Potential, was sicherlich zur Gründung von weiteren YouTube-Netzwerken und einer weiteren Professionalisierung führen wird.

Außerdem ist es sehr interessant festzustellen wer in dieser Aufstellung fehlt. Es fehlen zum Beispiel die klassischen Bewegtbildvermarkter wie SmartClip, SevenOne Media oder IP Deutschland. Zudem fehlen die großen Medienhäuser und Verlage mit Ausnahme von IDG und Constantin und natürlich fehlen auch die großen Produzenten und TV-Sender. Sie alle haben sich in den letzten Jahren eine große Chance entgehen lassen. Mal sehen ob sie nicht schon bald in das eine oder andere YouTube-Netzwerk investieren.

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YouTube ersetzt Megaupload & Kino.to

Es sieht so aus als ob YouTubes Strategie die Nutzer länger auf der eigenen Plattform zu halten aufgeht – allerdings in anderer Art und Weise als gedacht.

Angesichts der harten US-Linie und der vielfältigen Bemühungen Bittorrent und One-Click-Hoster aus dem Geschäft zu drängen brauchen die Nutzer neue Seiten um Filme und Serien zu sehen. Kino.to und Megaupload sowie die vielen anderen One-Click-Hoster, die geschlossen wurden, haben ein Vakuum hinterlassen, das gefüllt werden muss. Zwar profitieren wohl auch existierende werbefinanzierte und Bezahl-Services, doch konnte nur ein Bruchteil des Konsums aufgefangen werden. So verwundert es nicht, dass statt dessen von diesem Vakuum eine Plattform profitiert, die eigentlich gerade das eigene Image aufpolieren will: YouTube.

YouTubes Content-Policy

Die Google-Tochter wird nicht müde zu betonen alles in ihrer Macht stehende zu tun um illegale Uploads zu verhindern. So gibt es die Content ID, die technisch verhindern soll, dass geschützte Inhalte auf der Plattform veröffentlich werden.

Neben der technischen Kontrolle setzt YouTube auf eine Three-Strikes-Politik bezüglich Urheberrechtsverstößen, die Accounts nach drei Verstößen sperrt. Doch die Realität auf der Plattform zeigt wie fruchtlos die Bemühungen bisher sind.

Ganze Serien und Filme auf YouTube

Seit Jahren kann man ganze Serien auf YouTube sehen. Türkisch für Anfänger? Kein Problem. America’s got Talent? Na klar! Serien sind dabei nur der Anfang. Seit diesem Jahr schaffen es auch immer mehr aktuelle und alte Filme auf YouTube. Damit haben die Nutzer eine deutlich bequemere Alternative zu Kino.to und Megaupload gefunden. Denn einerseits verzichtet YouTube auf die unlauteren Werbepraktiken eines Kino.tos und andererseits stellt die Plattform genügend Bandbreite zur Verfügung, so dass auch Filme bequem und schnell komplett angesehen werden können.

Dachte ich Anfangs noch, dass es sich bei diesem Phänomen um eine kleine Anomalie auf YouTube handelt, muss ich nach näherer Betrachtung feststellen, dass es sich hier um einen massiven Trend handelt. Eine Suche nach DVDRIP oder BDRIP, die als Indizien für eine fragwürdige Kopie dienen können, fördert immerhin ca. 120.000 bzw. 6.620 Ergebnisse auf YouTube zutage. Untersucht man die Ergebnisse genauer findet man durchaus interessante und hochwertige Filme.

Hier eine kleine Auswahl, die ich auf die Schnelle zusammen gestellt habe. Sie reicht von aktuellen Kinofilmen aus 2011 wie Fright Night & The Mechanic bis hin zu Klassikern wie GodZilla aus 1998. Insgesamt habe ich 20 Filme analysiert, die über 18 Millionen Aufrufe auf sich vereinen können und alle (mit einer Ausnahme) in diesem Jahr hochgeladen wurden.

Es gibt natürlich deutlich mehr als diese kleine illustrative Auswahl. Auf YouTube haben sich eigene Release-Gruppen eingenistet, die zwar noch lange nicht die Professionalität der WAREZ-Szene haben aber auf dem Weg dorthin sind.


 

YouTube Filme als erstes Ergebnis in der Suche

Diese Beispiele zeigen, dass die Rechteinhaber aktiv werden müssen, wenn ihre Inhalte nicht gezeigt werden sollen. Senden sie keine DMCA-Takedown Notices zu illegalen Kopien finden sich ihre TV- und Film-Inhalte mit Sicherheit auf YouTube. Besonders interessant hierbei ist, dass YouTube nicht vom Downgrading in den Suchergebnissen betroffen ist, das Google einsetzt um Piratenseiten im Index zu bestrafen.

Es macht also großen Sinn die Inhalte auf YouTube zu veröffentlichen. Sie sind so einfach über die Google Suche zu findnen. Anstatt die Nutzer, die auf der Suche nach einem Film sind, auf eine abgewertete Piratenseite zu lenken prangt gleich als erster Sucheintrag z.B. für “Fright Night Full Movie” der Hinweis auf den kompletten Film auf YouTube. Ein Klick auf das Ergebnis und der Nutzer kann den Film kostenlos und ohne Werbung in akzeptabler Qualität sehen.

Kino.to und MegaUpload wären neidisch um diese Promotion – waren doch beide Seiten noch nicht einmal bei Google indiziert. Vor diesem Hintergrund erscheint die Abwertung von Piratenseiten im Index wie ein Bauernopfer von Google. Das eigentliche Problem, das die eigene Plattform betrifft, wird gar nicht erst adressiert.

Eldorado für Nutzer

Konnte man bei Seiten wie Kino.to dem Nutzer noch unterstellen, dass er erkennen müsste, dass es sich hierbei um ein illegales Angebot handelt, trifft dies auf YouTube nicht mehr zu. Für den einzelnen Nutzer ist es unmöglich zu erkennen welche Filme legal und welche illegal auf der Plattform verfügbar sind. Vielleicht sind die Filme in der Liste ja die angekündigten neuen Filme für Google TV und Google Play ;) Hier hat Google ein massives Problem, das sie angehen müssen, wollen sie glaubhaft ihre Original-Programming-Strategie weiter verfolgen und als verlässlicher Partner in der Industrie dastehen.