Gerade wurde auf der CES die neuste Generation der Connected Devices vorgestellt. Von Sprach- und Gestensteuerung (Video) über Android auf HDMI-Sticks bis hin zu großen Partnerschaften von Google mit LG und Samsung wurde viel verkündet. Doch eine simple Lösung um auch auf dem PC die Services der Connected Devices zu nutzen fehlt bisher und das obwohl nahezu alle diese Services über das Internet frei zugänglich sind und als Webapplikationen laufen. Kennt man somit den Link kann man theoretisch HbbTV und andere Services auch im Browser nutzen.

Allerdings trifft man dabei auf drei Probleme:

  1. User-Agent Filter.
    Einige Services filtern den User Agent des Browsers und zeigen die TV-Version nur auf Fernsehern und anderen Connected Devices an.
  2. Content-Type Header und Plugins.
    Viele HbbTV-Applikationen senden einen Content-Type als Header mit, den der Browser mit einem Download identifiziert. (Beispiel: http://cehtml.arte.tv/) Die Seite wird somit heruntergelanden anstatt angezeigt zu werden. Des Weiteren verfügen viele Browser nicht über die notwendigen Plugins um die Videos in den HbbTV-Applikationen darzustellen.
  3. Bedienprobleme.
    Fast alle HbbTV-Applikationen greifen auf die Farbtasten der TV-Fernbedienung zurück. Diese Tasten existieren nicht auf dem PC und somit lässt sich die Applikation im Browser nicht bedienen.

Erste Lösungsansätze

Für das Problem des User Agents gibt es eine einfache Lösung. Die meisten modernen Browser erlauben es den User Agent zu wechseln. Im Firefox zum Beispiel über die Erweiterung User Agent Switcher. Im Safari kann man den User-Agent über das Entwickler Menü einstellen. Weitere Anleitungen: Internet Explorer, Opera, Chrome


Es ist also lediglich notwendig einen der folgenden TV User Agents einzutragen:
User Agent Philips NetTV 1:
Opera/9.80 (Linux mips ; U; hbbtv/1.1.1 (;Philips;;;; ) CE-HTML/1.0 NETTV/3.0.0; en) Presto/2.6.33 Version/10.70
User Agent Philips NetTV 2:
Opera/9.80 (Linux armv6l ; u ; CE-HTML/1.0 nettv;;en) Presto/2.6.33 Version/10.60
User Agent GoogleTV 1:
Mozilla/5.0 (X11; U; Linux i686; en-US) AppleWebKit/533.4 (KHTML, like Gecko) Chrome/5.0.375.127 Large Screen Safari/533.4 GoogleTV/ 162671
User Agent GoogleTV 2:
Mozilla/5.0 (X11; U; Linux i686; en-US) AppleWebKit/533.4 (KHTML, like Gecko) Chrome/5.0.375.127 Large

Mit dem neuen User Agent lassen sich die meisten Apps überlisten, die eine Abfrage darauf laufen haben. Damit ist jedoch noch nicht das Problem mit den Content-Types und Plugins gelöst. Im Firefox lassen sich zusätzliche File-Types definieren, die ein Herunterladen verhindern sollten (habe ich nicht getestet), so dass man das Problem umgehen könnte. Allerdings ist diese Lösung aufwendig und löst immer noch nicht das Problem mit der Bedienung.

Die Lösung: Opera TV Emulator

Die beste Lösung um HbbTV-Applikationen und andere TV optimierte Applikationen auf dem PC darzustellen ist der Opera TV Emulator. Um den Emulator zu nutzen muss man zuerst die VirtualBox installieren. Download hier.

Ist die VirtualBox installiert lädt man den TV-Emulator herunter und entpackt das VirtualBox Image. Mit einem Doppelklick lässt sich dann der Opera TV Emulator starten. Beim ersten Start fragt der Emulator ob zusätzlich noch MPEG Support installiert werden soll, was sich angesichts der Codierung mancher Videos anbietet. Alles in allem ist die Installation mit zwei Downloads und wenigen Mausklicks erledigt und der TV Emulator einsatzbereit. Eine ausführliche Anleitung zur Installation gibt es bei Opera.

Erste Schritte mit dem TV Emulator

Läuft die VirtualBox kann man über die F1-Taste die Adressleiste aufrufen und dort die URL einer HbbTV-Applikation eintragen z.B. cehtml.arte.tv. Der Browser lädt die HbbTV-App und stellt sie dar. Um die Applikation per Fernbedienung zu steuern muss man einen lokalen Browser außerhalb der VirtualBox öffnen und dort http://localhost:5555 aufrufen. Unter dieser Adresse wird eine Fernbedienung dargestellt, mit deren Hilfe man die HbbTV-App innerhalb der VirtualBox fernsteuern kann.

Funktioniert der TV Emulator soweit kann man beliebige HbbTV-Applikationen aufrufen indem die jeweilige URL eingibt und anschließend die Applikationen fernsteuert. Das funktioniert nicht bei allen Applikationen gleich gut. Bei machen Apps lassen sich Videos trotz Emulation nicht laden. Im Großen und Ganzen ist es jedoch eine gangbare Lösung um sich am PC einen Eindruck von verschiedenen HbbTV-Applikationen zu verschaffen und so an die Inhalte zu kommen.

Kleine Linkliste mit HbbTV Applikationen

Hier eine kleine, unvollständige Liste mit HbbTV-Applikationen, die man im TV Emulator aufrufen kann.


Mediatheken
Arte+7 http://cehtml.arte.tv/
ZDF Mediathek http://itv.mit-xperts.com/zdfmediathek/
NDR Mediathek http://hbbtv.ndr.de/home/index.html
ARD Mediathek http://hbbtv.ardmediathek.de/hbbtv-ard/mediathek/
Sat.1 Mediathek http://hbbtv.sat1.de/videocenter/
Radio Bremen Mediathek
http://hbbtv.ardmediathek.de/hbbtv-radiobremen/mediathek/
RBB Mediathek http://hbbtv.ardmediathek.de/hbbtv-rbb/mediathek/

Verlage
WELT Online http://welt.nettv.bitwerft.com/
BILD http://json.bild.de/tv/cehtml.cehtml
Kicker http://cetv.kicker.de/

TV Programm
TV Movie http://tvmovie.nettv.xooz.de/
TV Digital http://ce-html.tvdigital.de/
ARD EPG http://itv.ard.de/ardepg/index.php

TV Sender
Das Erste http://hbbtv.daserste.de
Sat1 http://hbbtv.sat1.de/
ProSieben http://hbbtv.prosieben.de/
RTL http://digitaltext.rtl.de/start.php
ZDF http://itv.mit-xperts.com/zdfstart/index.php

Interaktive Formate
Voice of Germany
http://p7connect2.sim-technik.de/cellular/smarttv/
ZDF Heutejournal Plus
http://itv.mit-xperts.com/zdfhjplus/
Tagesschau http://www.tagesschau.de/hbbtv
Welt der Wunder
http://hbbtv.weltderwunder.de/

Portale
MySpass http://philips.hybridtv.myspass.de/philips
Maxdome http://mini.maxdome.de/mini-2.0/default
Videoweb http://portal.videoweb.de/home/myindex2/
IRT Linkliste http://tv-html.irt.de/

Musik
PutPat http://www.putpat.tv/cehtml/v1/index.cehtml
tunein http://ce.radiotime.com/
Yavido http://nettv.yavido.de

Sonstige
Telekom Mediencenter http://mcontv.telekom.de/
Wetter.com http://hbbtv.wetter.com
IRT HbbTV Tests http://tv-html.irt.de/hbbtv/tests/

Hinweise und Links zu weiteren interessanten HbbTV-Applikationen sind sehr willkommen.

HbbTV Performance-Probleme. Ist HTML5 die Zukunft?

Interessanterweise sind die HbbTV-Applikationen innerhalb der Emulation auch nicht wirklich schneller als auf dem TV-Gerät. Viele der Applikationen reagieren langsam bis schwerfällig, was keine wirkliche Freude bei der Bedienung aufkommen lässt. Dies ist noch eine der größten Hürden für die Akzeptanz der Angebote. Angesichts der zunehmenden Verbreitung von GoogleTV und weiteren TV-Geräten, die auf HTML5 anstatt CE-HTML setzen, erwarte ich, dass wir in Zukunft mehr TV-optimierte Webseiten wie youtube.com/leanback, tv.clicker.com/ oder vimeo.com/couchmode sehen werden. Diese Angebote schöpfen die Möglichkeiten von HTML5 voll aus und bieten eine schnelle und hochwertige User Experience ohne auf Farbtasten zurückgreifen zu müssen. Sie sind somit auch einfach vom PC aus bedienbar und vor allen Dingen schnell.

Kommentare

TV- und Online Videos zu managen ist eine komplexe logistische Aufgabe. Verschiedene Rechte je Gerät, unterschiedlichste Verwertungsfenster, Partner und Business Modelle müssen in Einklang gebracht werden und für 100.000de Assets verwaltet werden. Mit all diesen Herausforderungen kämpft thePlatform bereits seit 11 Jahren. Die in Seattle, Washington ansässige Firma wurde 2006 von Comcast übernommen, wird jedoch weiterhin von Ian Blaine, dem Mitgründer und CEO, als unabhängige Einheit geführt.

Ich hatte die Möglichkeit mit Ian Blaine über thePlatform, die die Herausforderungen der online TV-Distribution und die Nutzungsgewohnheiten der Konsumenten zu sprechen.

Distribution als Management komplexer Beziehungen

Über die letzten Jahre hat sich das Managen von TV-Inhalten für die online Verbreitung gewandelt. Vom Steuern eines Playoutprozesses, dem Transcoding und eines Content Delivery Networks hin zum Managen komplexer Beziehungen von Inhalten, Zuschauern und Business Rules. In Echtzeit müssen je Inhalt, Partner, Gerät und Nutzer die passenden Vermarktungsmodelle, das richtige Format und die Authentifizierung verwaltet werden, so dass Inhalteanbieter die Kontrolle über ihr Geschäft behalten und Gleichzeitig das komplette Potential abschöpfen.

Um diesen Ansatz zu verwirklichen integriert und steuert das System von thePlatform viele weitere Technologien und Services und agiert sozusagen als Gehirn, das Entscheidungen trifft. Mit dieser Positionierung bedient thePlatform die großen Namen im US Fernsehen. Vier der fünf großen Kabelnetzbetreiber und Sender wie PBS, NBC, Universal und ESPN nutzen den Service um ihre Assets und deren Distribution zu verwalten. Interessanterweise wird laut Ian Blaine von den Sendern eine immer tiefere Integration des Systems in die Broadcast Abläufe angestrebt, so dass wir schon bald ganze Sender auf Basis eines Internet-Systems arbeiten sehen könnten und die klassische Rundfunkübertragung nur noch ein spezieller Ausspielkanal wäre.

Distribution: All IP

Schlussendlich sieht Blaine die exklusive TV-Verbreitung über IP als unausweichlich an, wobei er wert darauf legt, dass es noch einige Jahre dauern kann bis es soweit ist. Immerhin müsse das Netz und die Infrastruktur angepasst werden. Das halte jedoch niemanden davon ab schon heute IP dazu zu verwenden um das Broadcastsignal effektiver zu managen. Indem IP zur Steuerung der klassischen Verbreitung verwendet wird kann man deutlich mehr aus der Kabel- und Satelliten-Verbreitung herausholen. Auch sieht er vorerst keine Gefahr der Disruption von etablierten Geschäftsmodellen durch den Übergang zu IP. Durch TV Everywhere und die damit einhergehende Authentifizierung der Zuschauer behalten die PayTV-Operators die Fäden in der Hand auch wenn sich die Übertragung verändert.

Neue Rolle der TV Stationen

Trotzdem müssen die TV-Sender ihre Rolle überdenken. Nur die wenigsten können darauf vertrauen, dass die Zuschauer sich ihre Inhalte abholen. Die Herausforderung für die meisten TV-Sender ist es ihre Zuschauer dort zu erreichen wo sie sich aufhalten und die dafür notwendige Syndikation zu managen. Dies impliziert eine neue Rolle und ein neues Vorgehen im Netz für TV-Sender. Weg vom Mediatheken-Ansatz hin zu einem komplexen Geflecht an Distributionspartnern.

Nutzerverhalten im thePlatform Netzwerk

Spielekonsolen und das iPad waren die beiden Gerätekategorien mit dem größten Einfluss auf die Bewegtbildnutzung über das Internet in den USA. Die Möglichkeit Videoinhalte am Fernseher zu sehen bedeutet deutlich längere Nutzungszeiten und ein höheres Involvement der Zuschauer. Auf der anderen Seite ist das iPad zwar noch nicht so stark in der Nutzung aber es hat enorm viel Aufmerksamkeit von den Sendern als auch von den Zuschauern erhalten, so dass es viele Veränderungen im online Videomarkt angestoßen hat.

Eine Veränderung ist, dass deutlich mehr Katalogtitel gesehen werden, da über bessere Interfaces der Zugriff einfacher wird und die Sichtbarkeit der Inhalte steigt. Das iPad sorgt so laut Blaine für mehr Abrufe von Longtail-Inhalten.

Chancen im Markt

Noch offene Probleme und Chancen sieht der thePlatform CEO vor allem in der Discovery, die momentan noch von zu starkem Silo-Denken geprägt sei. Hier fehle es an guten Suchansätzen und neuen Konzepten, wie man einfacher und besser auf Bewegtbildinhalte zugreifen könne.

Als weiteres Feld sieht er die Business Modelle, die überarbeitet werden müssen. Mit TV Everywhere gäbe es zwar einen guten Ansatz aber man stehe hier erst am Anfang der Entwicklung und müsse noch mehr Forschen um zu funktionierenden Internet Geschäftsmodellen für TV-Sender zu kommen.

Expansion nach Europa

Als nächstes steht für thePlatform die weitere Europaexpansion an. Diese sieht man in Seattle durchaus realistisch. Europa bestehe aus verschiedenen Teilmärkten mit unterschiedlichen Bedürfnissen und zudem sei es wichtig das langfristige Commitment für den Europäischen Markt zu unterstreichen. Hierbei gelte es den Markt zu entwickeln und den Teilnehmern klar zu machen, dass thePlatform als verlässlicher langfristiger Partner zur Verfügung steht.

Die Herausforderung für thePlatform ist also einerseits die Internationalisierung und andererseits die Weiterentwicklung des eigenen Produktes, denn wie Ian Blaine so schön sagt:

Ultimately software makes everything a commodity. That’s what it does.

Deshalb müssen Softwareunternehmen konstant neue Innovationen vorantreiben um nicht zur Commodity zu werden.

Ian Blaine im Interview

Lest das komplette englische Interview, in dem Ian Blaine auch auf die Konkurrenz, den Vergleich von Europa und den USA und die Gefahr zur einem $0 Service zu werden spricht.

thePlatform isn’t very well known in Germany could you do a quick intro of you and thePlatform?

My name is Ian Blaine I’m the co-founder and CEO of thePlatform. That’s a business that’s been in place for eleven years. We’re based in Seattle, Washington and we are a cloud based video management system that helps media companies and TV operators to really extend their businesses out to all devices. So we help with the logistics of thinking through the policies and everything you need to do to prepare content so that it lands in a consumer’s device safely and in a way that honors business models for the customer. We have customers in the United States like 4 of the 5 biggest cable operators. We also deal with media companies like PBS, NBC, Universal, ESPN and others like that. Really the mission is to make it as easy and as efficient as possible to take this valuable content whether it is television or movies or other things and distribute it.

If I look at the US market it’s quite sophisticated. You have a Hulu. You have a Netflix and big TV operators offering TV everywhere. What consumer needs are still there that need to be addressed?

I think that there are a few areas that are still fairly nascent and one of them is discovery. There is so much content made available: massive libraries of VoD content, massive numbers of channels on you television and it’s still pretty hard to find what you’re looking for. Search is one way that’s getting better but it’s not search that operates across all those services you just named so it’s still very siloed in terms of how you access media. I think there are opportunities there to think about more universal search but I also think a lot can be done to leverage metadata of content to get better results to give me better recommendations and better related items. To me that is really important because there are so many options and it’s getting harder and harder to find the signal you’re looking for. That is one.

I would say there are still some things fairly broken around business models. TV Everywhere is a very interesting thing. It’s an extension of the value proposition for the subscriber to Television and I think there is still a lot of work to be done to figure out how to best monetize it if you should monetize it. So to me we’re still very much in an exploration mode in a lot of the things you talked about.

You talked about thePlatform empowering media on different screens and different devices. I saw the numbers of Netflix and Hulu and they see tremendous usage on Post-PC devices like iPads or Consoles. What are you seeing in the market? What are consumers doing?

So interestingly the Television still dominates in terms of overall viewing hours. It’s still the place most people watch. So that hasn’t changed a whole lot. Domestically Game Consoles and particularly the iPad have been the two devices with a lot of focus recently. Part of that is because Microsoft has announced a new service they’re going to launch that basically has TV apps in the Kinect environment and there is a lot of them deployed – like 25 Million domestically – that are hooked up to the internet. That is a very big footprint. And so it’s an interesting one. Then the iPad was very transformative even though the viewing numbers are still nothing besides TV or anywhere close to it. It changed the market. It’s a new really valid viewing experience. So those domestically are the big ones. We will see with the Android custom devices. I think that’s bound to come.

You talked about the upcoming Microsoft XBox service and about Apple and it’s alleged that Apple is figuring something out in the TV Space. Most likely it will be IP based. So Microsoft going IP Based on the XBox and Apple going IP based is OTT taking over the traditional Cable distribution?

You know that’s a big question. I think that’s an aspiration although if you look at what XBox’s been doing it has really been done in conjunction with the operators. They are offering these services that authenticate against the billing system of Verizon or Comcast so I think in that case it’s really just leveraging the device saying “Hey here is a new way to experience a service you’re already paying for.” So I don’t know if that’s really as much of an over the top threat as it is a new device metaphor. With Apple I mean there’s been rumors about them launching a subscription service for a while and I think that would probably be their own service but I can only conjecture on that.

So you think we will deliver over IP but the business stays as it is right now just authenticating against a different backend?

It might be and I think the other big consideration is that high volume distribution over IP has a lot of network considerations that still need to be addressed. There is a huge infrastructure to deliver cable and satellite in the US and that is also true in other countries in the world and it’s very efficient. That doesn’t mean you can’t use IP for modeling everything and managing everything. But once you move to delivery over IP and you think about HD and 500 channels and hundreds of thousands of assets there are some network implications that have to be thought through. They will be. It’s inevitable but there are maybe a few years of transition at least before IP as pure delivery is mainstream.

You manage these vast amounts of content and you deliver the streams. You know what’s going on. So what are the users doing. Are they watching more, are they watching niche are they changing their habits or is it just more of the same?

There is more exploration of the library happening on some of the secondary devices and it’s mostly because the interface is better for discovery. If you think about traditional Television it’s still pretty limited in terms of finding new things and a lot of the editorial process is focussed on the short tail. very popular content and I think that is not a constraint of your computer or an iPad App. There is still high use of popular content don’t get me wrong but there is more use in the long part of the tail. More of the library is exercised. Netflix has seen that. They get a pretty high amount of usage across a pretty large amount of their library because they put it in new places and made it accessible.

Speaking of putting content in different places. You enable a lot of syndication models with stuff like business rules. How important is syndication to the video ecosystem right now?

I think it’s pretty essential. Especially for media companies. Their job is to put content where people are. Because it’s very hard unless you are a big brand to drive everyone to you and to your site or your brand. So their job is to as efficiently as possible get the content to the places where consumers are and do that in a way that still honors their business model. So they still need to be able to track it to advertise against it or authenticate for the view. That’s where a lot of the complexity is today. It is managing those relationships because there are the rights that are time based. They maybe geographically based and they may differ on the device and all of that has to be managed and modeled and all done in realtime. It’s all very dynamic.

So that’s your business? Because as I see it transcoding, video delivery and all the other stuff has been around some time and has very much become a commodity. Everyone like Content Management Systems tries to integrate these features. Do you face the challenge to become a feature and no longer be a business?

I think that there are aspects that are very well defined and they may change but it will be small evolutionary steps. Where we sit today is very much as a hub that integrates a lot of other technologies and manages the logistics and I don’t see that commoditizing soon because that’s actually the brains of the operation. In fact you see the opposite happen. We’re seeing a transition to say if we’re managing this other devices very effectively why don’t we manage TV that way too? So we’re actually seeing larger opportunities to take a bigger logistics role for more of the businesses that TV companies are running. Ultimately software makes everything a commodity. That’s what it does. But I think because we’re still adding more and more to what we do and tackle the market we got a lot of innovation wrapped and a lot of value.

From my perspective I think you compete with Brightcove, Ooyala and Kit digital. Do they challenge you? Is there a fight going on?

Well there is absolute overlap with those companies you just named. And I think it really is in the media side of the business. The more complex the needs of the company gets I think the better suited we are and the much more competitive we are. So we find ourselves mostly targeted at premium content companies that have complex distribution needs looking at a lot of devices.

We’re competitive downstream from that as well but it gets more competitive because that is in some places the sweet spot of Brightcove and Ooyala. And then on the PayTV side we don’t really see those companies as a competitor. We see Kit digital as competitor there but not really Brightcove or Ooyala yet. And I think a lot of that is because the complexity is much higher if you’re dealing with authentication. You’re dealing with subscriptions. You’re dealing with very complex policy and you have to integrate with back office billing systems, back office identity systems. It’s little bit of a different challenge.

I’ve observed the Online Video platform space and there were new platforms popping up like flies. In the last year however I’ve seen a lot of consolidation going on in the market. What’s your take. How will it pan out?

I think that the very low end of the market will be commoditizing very quickly. Getting a video on a web page is a pretty solved problem and you can do that pretty much for free these days. And I think it’s not long before that becomes slightly more sophisticated and the folks that are trying to make money 10 bucks a month or 100 bucks a month head to free pretty quickly. It will be a business based on advertising rev-share or something like that. And folks like Google are simply well positioned to move up the stack a little bit and on the other hand I think there is a certain amount of consolidation based on commoditization or going to free.

I think you’re going to see a really interesting landscape emerge around Television like managing Television. Because you’ve got incumbent companies that manage cable systems or satellite systems and they will not go softly into the night. They want to transform themselves and then you have folks like us who have come from the internet from a world where everything is IP from the beginning and we’re both headed towards the middle there. Lot’s of opportunity but it’s not without heavy competition and I expect as that emerges as a visible opportunity to more and more people there will be more investment made there in around that transformation of Television.

You choose to expand to Europe. You hired some people there and you established a presence. What’s your take on the European market?

I don’t even think you can call it the European market is what I’m learning. That’s the first thing you have to learn as an American. It’s not the European market. Actually every country is its own market and there are some similarities across some of them but vast differences across others. So the first step is understanding you have to target a country and you have to understand both sides of the landscape. The PayTV operator landscape and the media landscape and understand the general rules. What’s free? What people pay for and what devices are popular because it can be different.

And I think mobile is much more prevalent and usage of video on mobile devices is much more prevalent in many countries in Europe than it is in the US. That’s one shift and I think game consoles may not be as prevalent.

So we can’t just take a cookie color of what we’ve done in the US and believe that it applies. You have to get in and really understand the market. I would say it’s different like in the UK with Freeview and YouView making attempts to sort of standardize parts of the market is just radically different than the US. But there is a place for us to play there we can see it. It just takes being flexible and being willing to listen to what the customer there says and shape your offering based on that. That’s the first barrier the second is I think you have to have a willingness to invest in the long haul. People want to know that you are establishing yourself there. Customers are making fairly big decisions and if they are making a big decision they want to know that you as a company are there to stay and that is what we have to proof.

Is it just different or are there areas where we’re ahead or lacking?

So I would say that there are many efforts in IPTV that are actually in advance of what’s happening in the US. There is more that’s happened on the set top in Europe than domestically. In general I’d say transactional models matter more in europe. Like subscription sort of dominates in the US but it feels like there is more of an expectation around transactional payments in Europe and that’s got implications around how you’re going and sell things.

I think someone like Sky has done some really interesting things that are very advanced. Just around how they think about TV Everywhere. How they package their content and breaking apart and bundling things differently. I’d say there are lessons to be learned for the folks in the US.

So for thePlatform what are your next steps. Are you focused on your move to Europe, are you working on your product what are your upcoming targets?

We have to do both. We have to expand internationally and Europe as a generality is a very important market for us. Because there is a lot of transition happening there now like there is in the United States. It is not necessarily the same but there is change which means there is opportunity and so getting ourself established there is very important but that can’t happen without continuing investing into the product. Because the opportunities really are around how to help people transition to modern infrastructure for their television services. We have a great offering now but it’s has to continue to evolve. So our feeling is we can never stop innovating we’ll never be done. The market is evolving so rapidly so we have to invest in both.

Thank you very much!

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TV-Sender verlieren an Bedeutung. Programmhighlights gewinnen weiter an Wert. Durchschnittliche Sendungen und der Rest verlieren und werden fast bedeutungslos. Die Disaggregation des TV-Programms könnte massive Auswirkungen auf die TV-Unternehmen haben, da sie die Mischkalkulation – gelegentliche Highlights zusammengehalten von viel Füllmaterial und Standardprogrammen – gefährdet. Bis jetzt haben die Fernsehsender erfolgreich eine Disaggregation verhindert indem sie den Zugang zu ihren Inhalten kontrollieren und nur behutsame Experimente im Netz unternehmen. Diese Strategie droht zu scheitern, denn Sprachsteuerung, Suche und Apps werden TV-Programme aus ihrem linearen Kontext reisen.

Wenn es einen Effekt gibt, den das Internet bis jetzt auf alle Medienbranchen hatte, dann ist es die Dissaggregation einhergehend mit einem Unbundling. Das bedeutet direkter Zugang zu fast unendlich vielen Inhalten jederzeit und überall. Die Musikindustrie hat den Übergang vom Album zum einzelnen Songdownload und nun zum Streaming erlebt und die TV-Sender werden den Übergang vom linearen Programm zum Video erleben. Dieser Übergang ist ein Prozess, der sicher nicht über Nacht passieren wird, doch er könnte von einer unerwarteten Seite beschleunigt werden, die außerhalb der Kontrolle der Sender liegt. Neue Interaktionskonzepte für Fernseher dank Sprachsteuerung, Suche und Apps bevorzugen das Programm vor dem Sender.

Sprache als Fernbedienung

In letzter Zeit wird viel darüber spekuliert, dass Apple einen eigenen Fernseher auf den Markt bringt und versucht den iPhone Erfolg auf dem TV-Markt zu wiederholen. Während über die Strategie und das Launchdatum verschiedenste Meinungen existieren sind sich die meisten Experten einig, dass Apple Siri als Sprachsteuerung auf den Fernseher bringen wird und das könnte massive Auswirkungen auf die TV-Sender haben.

Eine Sprachsteuerung bedeutet im ersten Schritt Zugriff auf beliebige Sender losgelöst von Programmplätzen “Siri – RTL”. Im nächsten Schritt können die Nutzer aber auch genauso einfach auf einzelne Programme zugreifen “Siri – X-Factor” und müssen nicht einmal mehr wissen auf welchem Sender das Programm läuft. Besitzt der Fernseher einen Festplattenrecorder, dann spielt selbst die Sendezeit bei dieser Anfrage keine Rolle. In einem letzten Schritt eröffnet die Sprachsteuerung natürlich auch den Zugang zu ganz anderen Inhalten als den klassischen TV-Programmen. YouTube- und Internet-Inhalte – Siri – Clixoom– stehen damit auf einer Stufe mit den TV-Inhalten und -Sendern. Das Schöne an dieser neuen Logik ist, dass der Wettbewerb plötzlich auf einer Inhaltsebene stattfindet und nicht mehr auf Regulierungsebene wo es um Sendelizenzen und Programmplätze geht.

Suche als Fernbedienung

Google hatte etwas ähnliches im Sinn als es 2010 Google TV einführte. Nur sollte bei Google TV die Suchmaske diese Aufgabe übernehmen. Mittlerweile wurde die Suche zwar etwas dezenter gestaltet und steht nicht mehr so im Mittelpunkt des Produkts, doch die Intention und die Herangehensweise bleibt bestehen. Über eine Suchmaske lassen sich beliebige Video-Inhalte finden, die nicht zwangsläufig an einen TV-Sender gekoppelt sein müssen.

Auch Microsoft geht bei der XBox live und der Kinect so vor. Wird dort nach Bewegtbildern gesucht wird im Ergebnis nicht nach Quellen unterschieden. So stehen Video-on-Demand-Inhalte neben Videos aus Apps neben TV-Inhalten aus dem live Programm. Verfügen also Fernseher in Zukunft über eine Suchmaske ist davon auszugehen, dass die Nutzer nicht nach Sendern sondern nach Inhalten suchen werden und diese dann ohne direkte Referenz auf den zugehörigen Sender angezeigt bekommen.

Smartphones und Tablets als Fernbedienung

Neben der Logik, die direkt in den Fernseher implementiert wird, bieten sich Smartphones und Tablets für die Auswahl von Inhalten auf dem Fernseher an. Noch erinnern die meisten Apps der Fernsehhersteller an die klassischen Fernbedienungen, doch die ersten Hersteller beginnen damit EPGs in ihre iPad-Apps zu integrieren. Spannender sind jedoch die Schnittstellen, die die Hersteller bereitstellen. Über die jeweiligen SDKs können App-Entwickler selbst den Fernseher fernsteuern und zum Umschalten bewegen. ZeeBox kann mit seinem neuen Service bereits einige Set-Top-Boxen fernsteuern und weitere sollen folgen.

Letzten Endes wird es in nicht allzu ferner Zukunft darauf hinauslaufen, dass mehr oder weniger jede Web-Applikation den heimischen Fernseher fernsteuern kann. Angesichts von über 50% Parallelnutzung von Internet und Fernsehen in Deutschland wird in Zukunft über den Browser, das Smartphone oder das iPad entschieden werden was auf dem Fernseher läuft. Schlaue Applikationen, die sich darauf spezialisieren den Nutzern Programmempfehlungen zu bieten, beeinflussen dann die Programmwahl – klassische TV-Guides werden nur noch eine untergeordnete Rolle spielen.

Sendungen gewinnen an Gewicht – TV-Sender suchen nach ihrer Rolle

Diese Entwicklung, die Maßgeblich von der Geräteindustrie vorangetrieben wird, erlaubt Nutzern den einfacheren Zugriff auf Inhalte über alle Quellen hinweg. Dabei gewinnen Programmmarken oder Sendungstitel an Bedeutung, da sich diese besser in die neuen Interaktions- und Navigationskonzepte integrieren lassen. Zudem werden alternative Inhalte mit dem linearen TV gleichgestellt. Sender wiederum bieten in diesem Kontext für die Navigation nur noch bedingt einen Mehrwert.

Der vereinfachte Zugriff auf die verschiedenste Inhalte über Sprachsteuerung, Suche und Apps losgelöst vom Programmschema forciert die Dissaggregation des linearen Programms. Das muss jedoch nicht zwangsläufig zu einem Problem der TV-Sender werden. Noch haben sie genügend Zeit um Antworten auf diese Herausforderung zu finden und sich über Audienceflows in on demand Umgebungen Gedanken zu machen genauso wie sie sich überlegen können wie sie ihre Programmmarken so stärken, dass sie von Nutzern abgerufen werden. Auch die Mischkalkulation kann noch überdacht werden oder die Sender finden neue Wege um Zuschauer unweigerlich mit ihrem Programm in Kontakt zu bringen.

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Videotrends in 2011 und 2012

online video trends 2011 und 2012

Zwischen den Jahren ist die beste Zeit ein Resümee des vergangenen Jahres zu zeihen und einen Ausblick auf das kommende Jahr zu geben. Im online Videomarkt hat sich viel getan wobei 2011 nicht das Jahr der großen Ereignisse war. Statt dessen gab es viele kleine Verbesserungen, Startups und Initiativen, die in 2011 den Markt voranbrachten.

Als Startpunkt für ein Resümee bieten sich meine fünf Prognosen aus dem letzten Jahr an. Damals hatte ich die folgenden fünf Trends zusammengetragen.

Twitter als Interaktive TV Plattform.

Im nächsten Jahr wird sich Twitter als interaktive TV-Plattform etablieren. Im nächsten Jahr werden Tweets Teil verschiedener Shows werden und als natürliche Erweiterung des TV-Programms dienen.

Twitter wurde 2011 immer tiefer in TV-Sendungen integriert. Kaum eine Serie, Show oder Event das nicht von Hashtags im Bild begleitet wurde. Viele Nachrichten und Reportagen haben zudem Twitter als Kanal genutzt um darüber das Zuschauerfeedback zur Sendung oder ein Stimmungsbild einzufangen. Während wir in Deutschland zwar Social Media Redakteure haben und auch einige Shows, die massiv auf Twitter und Facebook diskutiert werden, ist Deutschland bei der onair Integration noch deutlich hinter den USA und UK. Dafür haben wir mit Couchfunk einen dezidierten Twitter-Client für TV-Inhalte.

Erste Killer-Applikationen für den Fernseher.

Nächstes Jahr werden wir erste Applikationen sehen, die nicht nur existierende Inhalte neu verpacken sondern das Medium geschickt nutzen und dabei nicht primär auf Video zurückgreifen.

Es hat sich 2011 zwar gezeigt, dass man auf dem TV deutlich mehr machen kann als fernsehen, doch bis jetzt hat sich keine Killerapplikation jenseits des Bewegtbildkonsums auf dem Fernseher etabliert. Für die meisten Anbieter ist Video die Killerapplikation und je weiter sich der Usecase davon entfernt umso schwieriger wird es diesen zu vermitteln. Daran ändern auch neuartige Fernbedienungen, wie sie Roku für Angry Birds bereit stellt, nichts.

Der Browser als TV-Plattform

Nächstes Jahr werden wir viele neue HTML5 Video-Anwendungen sehen und für die Connected Devices wird sich zeigen, dass alle profitieren, wenn sie sich auf einen gemeinsamen Standard einigen und so wird sich letzen Endes auf diesen Geräten auch der Bowser durchsetzen.

Diese Prognose hat sich lediglich zur Hälfte bewahrheitet. Während HTML5 erwachsen wurde und dank iOS und moderner Browser eine weite Verbreitung erfahren hat, fehlt für Connected Devices immer noch ein gemeinsamer Standard. HTML5 hat es mittels besserer Performanz und nativer JS-Anbindung geschafft ein elementarer Teil der großen Videoangebote von YouTube bis Vimeo zu werden und das obwohl einige technologische Hürden weiterhin bestehen (Livestreaming, Codecs, DRM).

Auf der anderen Seite hat die Fragmentation der Plattformen 2011 nur noch weiter zugenommen. Mit HbbTV existiert zwar in Deutschland ein Standard doch die Implementationen unterscheidet sich noch deutlich von Hersteller zu Hersteller. Zur bereits fragmentierten Landschaft gesellten sich 2011 zudem noch verschiedene Versionen der jeweiligen Plattformen, die untereinander nicht kompatibel sind, so dass nun zum Debuggen ein wahrer Gerätepark notwendig ist. Hoffnung gibt lediglich die neue GoogleTV Version, die auf Android basiert und sich eventuell als OS durchsetzen könnte.

TV Angebote der großen Player

Google und Apple haben es dieses Jahr [2010] versucht und nicht geschafft aber 2011 lassen sie nicht noch einmal verstreichen ohne ein eigenes TV Angebot zu lancieren.

Google und Apple haben beide massiv in Inhalte investiert und ihre VoD-Angebote ausgebaut. Zudem hat Google neue originäre YouTube Channels in Auftrag gegeben. Die wirklich innovativen TV-Angebote der großen Player kamen jedoch nicht von Google oder Apple sondern von Microsoft, Amazon und HBO. Microsoft hat mit der XBox 360, der Kinect und dem neuen XBox-Live-Release ein Angebot, dass alles beinhaltet, was man sich von Apple wünscht (intuitives Interface, Gesten- und Sprachsteuerung, OTT-Inhalte, übergreifende Suche). Amazon hat mit Prime Video den Subscription-Kanal, den man eigentlich von Google erwartet hätte, und HBO bietet mit HBO go seinen Abonnenten einen wirklichen Mehrwert und ein umfassendes Angebot im Netz.

Cross Screen Video

Apples Airplay und GoogleTVs Fling deuten an, was kommen wird. Videos werden in Zukunft zwischen Geräten nahtlos hin und hergeschoben. Ein Video Angebot, dass nur noch auf dem PC, dem Handy oder dem Fernseher existiert wird es in 2011 sehr schwer haben.

Ende 2010 noch mit Cross Screen Video titulier, hat das Thema 2011 unter den Namen Multiscreen und Secondscreen enorm an Momentum gewonnen. Das iPad als teilzeit TV-Ersatz genauso wie Spielekonsolen sind wichtige Plattformen für den Videokonsum und aus dem Distributionsmix nur noch schwer wegzudenken. Interaktive Zusatzdienste, Empfehlungs- und Sammeldienste auf Smartphones und Tablets sind weitere Entwicklungen, die mit verschiedenen Screens und Bewegtbild spielen und sich 2011 etabliert haben.

Prognosen für 2012

Nach den gemischten Ergebnissen für 2011 folgen nun 5 Prognosen für 2012, die hoffentlich eine bessere Trefferquote aufweisen.

Livestreaming im Netz wird allgegenwärtig

2012 wird YouTube sein livestreaming Angebot für die breite Masse ausrollen. In Kombination mit Google Hangouts werden sie damit den etablierten livestreaming Anbietern mächtig Konkurrenz machen. Gerade Hangouts ermöglichen ganz neue Formate und Shows, die für ein live Publikum sehr attraktiv sind.

Zudem werden wir 2012 kaum noch ein Event, ein Ereignis oder ein TV-Programm ohne Livestream im Internet erleben. Nachdem nun klar ist, dass 2012 der Super Bowl live gestream wird, gibt es keine Ausrede mehr für andere Events nicht dasselbe zu tun. Zudem werden die Sender ihre Livestream-Blockadepolitik aufgeben und eigene Streams anbieten und diese auch bei Anbietern wir Zattoo und Co. verfügbar machen.

Deutscher online Videomarkt wird heiß umkämpft – erste signifikante Summen für online Videorechte

2012 wird der Kampf um den deutschen online Videomarkt Fahrt aufnehmen. Lovefilm wird seine Bemühungen weiter intensivieren genauso wie die BBC und Google. Germany’s Gold und Hulu werden an den Start gehen und auch die privaten Sender und wahrscheinlich noch ein, zwei weitere Anbieter werden versuchen eine zweite große Videoplattform neben YouTube in Deutschland zu etablieren.

Außerdem werden die Webrechte der Fussball Bundesliga heiß begehrt sein. Die Vergabe wird Signalwirkung haben, denn hier werden zum ersten Mal in Deutschland für Internetrechte ansehnliche Summen den Besitzer wechseln.

Neues Verwertungsfenster: Same Day, NoDRM, Worldwide

2012 wird sich ein neues Verwertungsfenster etablieren. Anstatt die Verwertung nach verschiedene Territorien, Zeit, Medien und Verbreitungswegen aufzuspalten und jedes Recht separat zu vermarkten wird es für bestimmte Inhalte zur Norm werden sie sofort weltweit ohne Einschränkung verfügbar zu machen um eine maximale Verbreitung der Inhalte zu erreichen.

Dieses neue Verwertungsfenster werden einerseits Künstler und Produzenten wie Louis CK popularisieren, da sie darüber Mittelsmänner komplett umgehen können. Andererseits wird es von neuen Web-Studios wie Maker Studios und Revision3 angewendet um ein weltweites Publikum für ihre Shows zu generieren. In diesem Bereich erwarte ich zudem, dass mindestens ein Hollywoodstudio ein online Studio in 2012 aufkaufen wird.

Hartes Jahr für die Filmindustrie – DVD-Umsätze brechen ein

2012 wird ein hartes Jahr für die Filmindustrie. Während sich das Kino weiterhin einer breiten Beliebtheit erfreut, wird der DVD Absatz signifikant einbrechen. Diesen Einbruch kann die Filmindustrie 2012 nicht wie bisher durch den Verkauf von Blu-rays oder elektronischer Formate kompensieren. Deshalb wird sich die Filmindustrie 2012 verzweifelt auf die Suche nach dem Nachfolger der DVD machen.

UltraViolet wird nur bedingt von den Konsumenten als Nachfolger akzeptiert werden. Erst der Switch zu Formaten ohne DRM und einer weltweiten Distribution nach dem Vorbild der noDRM, sameday und world wide Distribution wird der Filmindustrie wieder Hoffnung geben.

Die Set-top-Box stirbt – lang lebe der Home media server

2012 wird die Set-top Box aus dem Vokabular der Telcos und Kabelnetzbetreiber gestrichen. 2012 werden sie nur noch von Home Media Servern sprechen, die nicht nur das TV-Programm empfangen sondern auch lokale Medien speichern und alle Inhalte auf die verschiedensten Geräte im Heimnetzwerk streamen. Nur so können sie iPad, Smartphones und Spielekonsolen sinnvoll anbinden und ihren Brückenkopf im Heim rechtfertigen.

2012 wird online Video ernst genommen

Treten diese Prognosen in 2012 ein, werden wir Ende nächstes Jahres eine andere Wahrnehmung des online Videomarktes haben. Die Vergabe der Bundesliga-Rechte sowie die fortgesetzten Bemühungen von Google, Apple, Amazon und Microsoft werden 2012 dazu führen, dass online Video als ein wichtiges Wachstumsfeld wahrgenommen wird, in dem massive Investitionen getätigt werden und enorme Summen umgesetzt werden können.

Kommentar

Boxee ist einer der Pioniere, wenn es darum geht Fernseher ans Internet anzuschließen und sie intelligenter zu machen. Boxee hatte als einer der ersten Anbieter Apps auf der Plattform und dank der Boxee Box gibt es eine komfortable Möglichkeit Internetinhalte und die lokale Mediensammlung nicht mehr nur auf dem PC sondern auch auf dem Fernseher zu konsumieren. Diese Möglichkeiten haben sich auch in Deutschland herumgesprochen: Deutschland ist laut Boxee der Europäische Markt mit den meisten Boxee Nutzern. Mit der letztens gestarteten iPad App widmet sich Boxee zudem vermehrt dem Finden und Entdecken von Inhalten und will die eigene Position damit weiter ausbauen.

Im November hatte ich die Gelegenheit mit Andrew Kippen Boxees VP of Marketing über den Videomarkt und Boxee zu sprechen.

Eine neue Mittelschicht an Videoinhalten entsteht

Als einen der wichtigsten Online Video Trends sieht Andrew die breite Verfügbarkeit von neuen originär für das Internet produzierten Inhalten. Die Demokratisierung durch das Netz nutzen nicht mehr nur User sonder immer öfter auch Prominente oder unabhängige Produzenten um die klassischen Gatekeeper zu umgehen und ihre Inhalte direkt an ihre Fans zu Vertreiben. Louis CK und Glenn Beck sind hier als Vorreiter zu nennen, die so mehr Kontrolle über die Verbreitung und Verwertung ihrer Inhalte erhalten haben.

Andrew nennt dieses Phänomen “the new middle class of content”. Diese neue Mittelschicht entwickelte sich über die letzten Jahre und es sind diese neuen Inhalte, die zur Gründung von Boxee geführt haben. Andrew hat am eigenen Leib festgestellt, dass er immer weniger klassisches Fernsehen konsumiert und dafür mehr und mehr Inhalte, die er aus dem Netz bezieht und so nicht im Fernsehen zu sehen sind. Diese Inhalte bedienen in der Regel ein Nischeninteresse, das so vom Fernsehen nicht bedient wird jedoch im Netz seine Anhänger findet. Um diesen Austausch zu vereinfachen und den Produzenten einen Plattform zu bieten wurde Boxee gegründet. Um den Konsum so einfach wie möglich zu gestalten versucht Boxee alle möglichen Quellen zu Internetinhalten in einem Interface auf dem Fernseher zu vereinen.

Konkurrenz von Roku bis Apple

Neben Boxee arbeitet eine ganze Reihe an Anbietern daran das Internet auf den Fernseher zu bringen. Der Markt wird laut Andrew im Moment von Apple und Roku mit 50% bzw. 25% Marktanteil dominiert. Boxee und die anderen Hersteller teilen sich den Rest zu gleichen Teilen auf. Doch Boxee fühlt sich in seiner Nischenrolle wohl. Das Startup spricht ganz gezielt technikbegeisterte Nutzer an, die mehr Flexibilität wollen als sie bei Apple und Roku bekommen. In einem 60-80 Millionen Haushalte großen US-Markt sind die von Boxee anvisierten 3% Marktanteil immer noch ein attraktives Stück des Kuchens.

Solch namhafte Konkurrenz hat zudem auch Vorteile für Boxee. Indem Google, Apple und Sony die Verbraucher in Werbekampagnen aufklären helfen sie Boxee, da bei den Konsumenten das Bedürfnis nach einem Fernseher mit Internetanschluss geweckt wird und somit der Markt als Ganzes wächst. Alles in allem sieht Andrew Boxees gut positioniert. Auch Connected TVs stellen keine ernsthafte Bedrohung dar, da sie Konsumenten auf Jahre hinweg an eine Plattform binden, was angesichts der enormen technischen Umwälzungen zu Problemen führen kann. Eine zusätzliche Box biete den Konsumenten deutlich mehr Investitionssicherheit beim Fernseherkauf.

Das Boxee Ökosystem

Seit neustem positioniert sich Boxee zudem als ein Service, der Nutzern beim Finden, Abspielen und Teilen von Internetvideos hilft. Die Mission geht somit über die reine Aggregation von Inhalten hinaus und Boxee versucht sie durch ein möglichst intuitives und TV-gerechtes Interface zu erfüllen. Im Gegensatz zu vielen TV-Herstellern platziert Boxee nicht 50 verschiedene Buttons auf den Homescreen sondern versucht Inhalte vor zufiltern und zu strukturieren. Dazu wertet das Startup auch verschiedene sozialen Signale aus Twitter und Facebook aus, um den Nutzern relevante Inhalte anzubieten.

Zudem ist es laut Andrew essentiell um die eigene Position zu festigen, dass Boxee nicht nur ein Aggregator oder Portal ist sondern sich zu einem Ökosystem entwickelt. Dies ist auch einer der Gründe, weshalb Boxee als App auf einem AppleTV oder GoogleTV in seinen Augen wenig Sinn macht. Boxee als Betriebssystem für Set-Top Boxen und Fernseher bietet ein eigenes Ökosystem mit Apps und Entwicklerwerkzeugen gepaart mit Social Services, Schnittstellen und einer breiten Auswahl an Inhalten. All dies soll den Service zu einer ernsthaften Alternative zum klassischen Fernsehanschluss machen.

In der näheren Zukunft sieht Andrew das größte Potential im Secondscreen-Trend und der schlauen Verknüpfung von verschiedenen Geräten mit dem TV-Screen. Boxee ist hier mit der iPad App und der Airplay-Funktionalität der Box in beiden Feldern gut vertreten.

Andrew Kippen im Interview

Im Folgenden das gesamte Interview in dem Andrew im englischen Original. Im Interview spricht er über Boxees Killer App, XMBC, den deutschen Markt und Hardwarepartnerschaften.

Where do you think the video market will be in the next 5 years?
You know I always get this question and I think even two years ago we couldn’t even predict what happened last year which was the entrance of Google TV and an update to Apple TV and an update to Roku.

What I’d like know is what’s your vision on the market and what do you at Boxee do to adopt to this vision?

The next few years will be very interesting for us and for the market in general. You will see more and more content creators go directly to the consumer. Less and well known celebrities make content available just for online and use sponsorships for advertising to fund that. That is because it gives them more control and it allows them to interact directly with viewers.

In a bigger way in the past few months we’ve seen Glenn Beck who is a big political talk show host take his operation off cable and put it on the internet. Supposedly he has now more subscribers than Opra’s cable channel and he’s set to make millions of Dollars this year from this effort where you pay $5 or $10 bucks a month and you get access to the shows. He’s even created kids content to reinforce the value he stands for.

In a completely different sphere of influence Luise CK who is a big comedian here just went on Conan O’Brian and said “I’m sick of doing these comedy central specials or HBO specials or Showtime specials. I’m just gonna do my show and I’m gonna record it and I’m selling it on my website for $5 and when you want to watch it give me $5 through PayPal and that’s it. I don’t have to jump through hoops and deal with all the marketing effort that has to be created for one of these primetime cable shows. I can just tap into my existing fan base and sell to them. And for them $5 is a lot cheaper than going out to the club. So it’s a win win for both of us.”

So your vision is a very fragmented market. Celebrities doing their own stuff and consumers having infinite choice. Where does Boxee fit in into this picture?

We’ve build Boxee because we’ve realized that we had stopped watching TV in a traditional way and that what we’ve been watching was on demand, was more informational and educational and more artistic than what we were getting from mainstream TV. And I think you’re going to see that flourish.

I talked a lot about the rise of the middle class in content. Right now you have the shows that cost millions of dollars to produce and millions of dollars to market and they’ve created this very tiered structure. These guys are making millions, these other guys are making tens of thousands of dollars. I think that will start to shift. You know there are people that make millions of dollars a year off YouTube sitting in front of a camera and talking about what they like to do. I think there will be this middle class of video content that will come out that is very personalized and niche.

So all that to say that it’s really exiting for us because it means more content for users and more ways to consume. So I think we’ll still have this cable bundle. We’ll have pay per view. We’ll have subscription services like Netflix. We’ll have ad supported. We’ll have sponsored content. More flexibility more content and more control for content creators. Boxee is bringing this all together. No matter where it’s from. Being able to aggregate mainstream shows, mainstream movies as well as niche content into the same interface and put it into something that looks great on your TV and that is easy to navigate with a remote in your hand.

If we look at the market we have Roku with their dead cheap box we have Google TV that will make an impact and Steve Jobs is quoted “I’ve finally cracked it.” So there might be something coming up from Apple. How does this growing competition affect you and how do you react to this?
At this point I think we’re really happy to have that competition. Because Google and Apple and Sony and Intel are going out and are spending millions and millions of dollars educating the market on what consumer should be expecting. Therefore we can just focus on creating a great experience so that when these tech savvy users and consumers go out and do the research they’ll see yeah Roku has a bunch of apps and when I just want Netflix and Amazon and a bunch of Niche content then it might be a good fit but when I want a web browser and I want to be able to play stuff back from my computer and I really want to interact with my friends then this Boxee thing looks like a better fit. And so the same thing goes with Google. They get Apps but if you pick up their remote and you look at it you don’t even know where to start. It has so many buttons on it.

We’re a small team we’re only 40 people. We’re able to react very quickly to our users and what they’re saying and create something that’s really delightful to use.

I saw you last year on Streaming Media West and I recall your pitch of Boxee was like: We’re the box for someone who wants flexibility and who wants to do all the stuff you talked about. But isn’t it kind of a niche positioning from you? Why are you going specifically for a very small percentage of the market?
If you look at it today Apple owns around 50% of the market Roku owns around 25% and the rest is kind of split between a bunch of other competitors and those numbers are more from Best Buy than the total market. But if you look at the number of connected households in the US we’re talking about somewhere between 60-80 million if not more. Even getting 3% of that is a big number. So we won’t be perfect for everybody but we feel like there is a big enough market out there of people who don’t want to live in the iLife who want something nicer to use than a GoogleTV and want something that’s got more flexibility than Roku. I think we’re a really good fit for that.

Now that’s for the product today. We’re continually trying to simplify and improve upon what we’ve got. As each month passes we’re seeing more content going online which makes our platform that much more robust and such much more interesting to consumers. So I think we’re pretty well positioned moving forward and certainly with some of the innovations we have in the pipeline we’ll be an even better fit for people.

Do you see much competition from connected TVs?
The competition is there but at the same time people are buying connected TVs taking them home and then never connecting them. It’s one of the major pain points the connected TV guys struggle with. Because the experience is usually build by somebody who has crafted TV interfaces his entire career. That’s why you look at a Samsung SmartTV and you look at a Boxee Homescreen and they are drastically different. Samsung is trying to cram 50 different things you can click onto in one screen and we have 8.

The competition is there but I think overall there is a hesitance in the market for consumers right now who are thinking well if I spend the extra of 150-200 dollars on this TV who is to say that in a year there is not some new service that comes out that won’t work with it and to replace the TV I’ve to spend 1500-2000 dollars vs. 200 or 100 bucks to replace a set top box.

That’s one of the things that we continue to echo to people: “Look you replace your TVs every 7 years. Think about 7 years in the past and what was happening on the Internet then. What’s going on today blows it away.” So now you might have to go out in 2 years and spend all that much money to replace it rather than just replacing your set-top box.

Roku introduced a special controller so you can play Angry Birds on the TV. They bet huge on that Game as the next killer app for the TV. What’s the killer app for Boxee?
It’s still content. It’s stuff that’s coming from the web like new TV shows and movies. That’s the number one driver of adoption. We play silly stupid games like Sudoku and Angry Birds and things like that while we’re waiting for things while we’re on the train while we’re commuting. It’s not something that you do when you sit down in your living room. Once you start getting to something that more resembles the content on a XBox or Wii then it becomes a more compelling user experience. I think for us we still believe that video is the killer app.

You recently diversified and launched an iPad App and it’s not just a remote but is has a lot of additional features. On the PC it’s not running Boxee but a small little program that streams your content to the iPad. What was the decision to separate these things?
The PC client for Boxee is based on XBMC Project and there is a lot of legacy code and things that have been worked on since 2003 when this project started. We wanted to create something that was very light and easy to use and something that we can reuse in a lot of different places so we decided that we move away from embedding something into the PC client software and just focus on building a pretty slick simple media manager that is really easy to use.

We wanted to create an experience that would certainly benefits our existing Boxee users but that also could stand alone for somebody who had never used Boxee before and hopefully have that be a gateway to introducing them into the software into purchasing the Boxee box and bring the iPad experience and more to their TV.

What’s happening when most of our media resides in the cloud and everything is streamed to our PCs and TVs. Is the future of Boxee a portal where you have a start screen to launch different services?
I don’t think we’re that simple. We really want to push the boundary on what’s possible on the TV screen. Becoming a portal isn’t that interesting because all you are is just an aggregator and I think we see ourselves as a way to help people find, watch and share what they want to watch. And the first part of that is much more than just putting it all in one place it’s helping people discover the content they want to watch and that’s relevant to them and bringing in stuff from their friends bringing in stuff from celebrities or experts they follow on Twitter and that’s kind of where we are right now.

I think we really have started to position ourself as an alternative to cable rather than just that set top box that you buy and that’s a media streamer.

So it’s more like an ecosystem you’re aiming for and not so much at the box, hardware or software?
Right.

How do you approach Hardware partners? What’s the deal?
We deal with hardware guys all over the world and talk to them about embedding us as an OS. We’ve looked at enabling Boxee as an app on another platform. So for instance running Boxee as an app on Google TV or running Boxee as an app on a Samsung SmartTV but I think those platforms end up being not all that interesting for us when we look at it that way. We much rather want to be that one interface that the customer uses rather than just being an app inside of this big huge ecosystem.

If we look onto the German market. The second largest TV market in the world. What do you plan there?
When we look at Europe we see 3 or 4 key markets. The top markets by users for us are Germany, UK and Sweden. And amongst all of those Germany is the biggest market. That’s something what we’re really interested in following and working with. So we announced a partnership with Maxdome and we’re working on an integration there. We’ve been in talks with ProSieben and we have somebody based in London who has been doing a lot of the negotiations for us. For us a lot of times it is a chicken and egg problem. How much content is really online and available to users in a specific country vs. how much can we get on the platform. Maybe we need a little bit more development before Germans can go fully Internet based but it’s an inroad we’re following and it’s certainly an important market for us that we want to see grow.

What is next for Boxee? What should we be exited about?
For us I think the second screen provides a lot of interesting innovation opportunities. What we haven’t yet seen is how the TV screen plays with a lot of smartphones or tablets. We’re just getting into that and I think there will be a lot of innovation in that space. Particularly looking at the stats of how many people are using their smartphone or tablet while they’re watching TV.

Thank you very much!

Kommentare

Video on Demand in Deutschland steckt noch in den Kinderschuhen, sowohl was die Portale anbelangt als auch was die Nutzung betrifft. Gerade hat Solon Strategy eine neue Studie veröffentlicht laut der die VoD-Nutzung in Deutschland bei 33 Prozent liegt. Die Studie ist eigentlich ein Grund für die großen VoD-Portale zu feiern, denn damit müssten ihre Umsätze dieses Jahr deutlich über denen von 2010 liegen.

Konnten sie letztes Jahr lediglich 21 Millionen Euro mit dem elektronischen Verleih erzielen, wären mit den Zahlen von Solon 35 Millionen Euro durchaus realistisch. Bei 51,7 Millionen Deutschen Internetnutzern gäbe es 17,23 Mio VoD Nutzer, die jeweils Minimum einen Film für 2 Euro ausleihen und somit mindestens 34,46 Mio Euro generieren könnten.

Damit würde der VoD-Markt dieses Jahr ein deutliches Wachstum aufzeigen und es sieht aus, als ob ProSiebenSat.1 Maxdome genau zum richtigen Zeitpunkt von 1&1 komplett übernommen hat – nämlich kurz bevor der Markt abhebt. Wenn ich es richtig lese1 , hat ProSiebenSat.1 für Maxdome €14,2 Millionen plus €5,4 Millionen in Medialeistung bezahlt, was bei einem Markt mit drei großen Playern und einem Potential von €35 Millionen in 2011, ein richtiges Schnäppchen ist.

Apropos ProSieben für die Next wurde eine Session zum Thema “Why German TV stations risk to fail” mit mir vorgeschlagen – über Stimmen für diese Session freue ich mich.

Verschenktes Potential

Doch so ganz traue ich den Nutzungszahlen nicht. Eine Befragung ist eine Sache – das tatsächliche Ausleihen gegen Bezahlung eine Andere. Mich erreichen immer wieder Mails von frustrierten VoD-Kunden, die an den Portalen scheitern.

erst will mir maxdome wg. angeblichem negativem kontovermerk nix verkaufen, dann zwingt videoload mich von chrome zu firefox um den blöden download manager doch nicht installieren zu können.
sind die alle doof?
hab den film nun von nem filehoster

Angesichts dieser Probleme habe ich den Selbsttest unternommen und mich bei den beiden großen Deutschen VoD-Portalen Maxdome und Videoload registriert und einen Film geliehen (der Dritte große Player in Deutschland ist Apple).
Bei beiden Portalen waren dabei mehrere Hürden in den Prozessen, inklusive Softwareinstallationen und notwendigen Browserwechsel, die es einem Nutzer nicht gerade einfach machen und wohl viele zur Aufgabe zwingen werden. Insgesamt habe ich es in mehreren Versuchen eben so geschafft jeweils unter 10 Minuten zu bleiben bis ich einen Stream zu sehen bekam. Die beiden Abenteuer habe ich in zwei Screencasts festgehalten.

Maxdome

Die Registrierung bei Maxdome war schnell erledigt. Probleme traten erst bei der Eingabe der Kontoverbindung auf. Im ersten Versuch scheiterte der Vorgang mit der Fehlermeldung:

Leider gibt es ein Problem bei der Übertragung Ihrer Daten.

Nicht gerade eine Meldung, die man bei der Eingabe seiner Kontodaten lesen möchte. Der zweite Versuch war erfolgreicher aber auch dort war die Meldung am Schluss nicht gerade förderlich.

Sie müssen sich noch einige Zeit gedulden, da die Bearbeitung Ihrer Daten einige Zeit in Anspruch nehmen kann.

Nach diesen Hürden gestaltet sich der Rest auf Maxdome relativ reibungslos. Sieht man von den ständigen Hinweisen auf ein Upselling ab. Maxdome will einem lieber etwas anderes verkaufen als das Gewählte.

Videoload

Die Registrierung bei Videoload war mit Safari nicht möglich. Mit Chrome war die Registrierung dann möglich, allerdings registriert man sich nicht bei Videoload sondern bei der Telekom, was Passwortmanager durcheinander bringt und einen flüssigen Prozess fast unmöglich macht. Videoload ist damit eine wahre Popup-Hölle und man verliert schnell den Überblick in welchem Fenster was stattfindet.

Apple

Apple ist in einigen Belangen besser, doch den goldenen Gral des VoD hat man auch in Cupertino noch nicht gefunden. iTunes an sich ist überfrachtet und leiht man an einem Samstag Abend einen Film, dann kann der Download schon einmal 3 Stunden dauern und von Streaming darf man auf dem Mac momentan nur träumen.

VoD Benchmark

Stellt man diesen Erlebnissen die drei Klicks und 30 Sekunden gegenüber, die es Bedarf um die Inhalte über Filehoster zu beziehen wird schnell klar, warum VoDs einen schweren Stand haben.

Ballast über Bord werfen und Reset

Betrachte ich den VoD-Markt in Deutschland fühle ich mich an die ersten Musikservices erinnert. Das (legale) Napster, Rhapsody, iTunes und Zune Pass haben alle eine breite Bibliothek an Inhalten und einen robusten Service. Trotzdem redet niemand mehr über diese etablierten Player seit Spotify, Rdio und Deezer den Markt aufrollen.

Maxdome (Gegründet 2006), iTunes (erste Filme seit 2006) und Videoload (Gestartet 2003 als T-Online Vision) stammen genauso wie die alten Musikangebote noch aus einer anderen Zeit und müssen mit viel technischem und rechtlichem Ballast kämpfen. Seit ihrer Gründung hat sich das Netz weiter entwickelt: neue Technologien, neue Navigationskonzepte und neue Streamingkonventionen haben sich etabliert. Die Nutzer sehen jeden Tag, wie moderne Videoservices aussehen können und was sie leisten und angesichts dessen wirken die großen VoD-Plattformen verstaubt und antiquiert.

Es wird dringend Zeit für diese Angebote, dass sie sich nicht nur ein neues Gesicht geben sondern ihren Service einmal komplett neu denken. Video on Demand braucht für den Erfolg einen Anbieter, der sich auf die Seite der Kunden stellt und aktiv die Kundeninteressen gegen die Film- und TV-Industrie durchsetzt.

Ich erwarte, dass wir genauso wie bei den Musikservices eine zweite Generation an VoD-Portalen erleben werden, die viele der etablierten Konzepte und Industrievorgaben in Frage stellen und sich statt dessen viel stärker an den Nutzerbedürfnissen orientieren. Mit diesem Erfolgsrezept werden sie es schaffen VoD in die Breite zu tragen.

1Der Kaufpreis nach IFRS 3 beinhaltet ein Abkommen über eine Media-Kooperation mit dem Verkäufer des übernommenen Anteils. Der beizulegende Zeitwert dieses Abkommens betrug zum Erwerbszeitpunkt 5,4 Mio Euro. […] Weitere Kaufpreisbestandteile umfassen eine im Jahr 2014 fällige Zahlung, deren abgezinster Betrag 8,2 Mio Euro beträgt sowie eine Ende des Geschäftsjahrs 2010 geleistete Zahlung in Höhe von 6,0 Mio Euro. Quelle (PDF)

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