Netflix: DVD hat ihren Zenit überschritten

Manchmal können selbst Unternehmen, die an der Speerspitze einer Entwicklung stehen nicht genau einschätzen welche Dynamik diese entfaltet, wenn die richtigen Faktoren zusammen kommen. Dies ist nun auch Netflix passiert. Noch Mitte 2010 hat man in öffentlichen Präsentationen erklärt, dass das DVD Geschäft mindestens bis 2013 weiter wachsen würde.

In der Präsentation, die mittlerweile nicht mehr online ist, hatte man einen sanften aber bestimmten Rückgang des Vertriebs von DVDs per Post nach 2013 vorausgesehen. Alles in allem sollten diese Zahlen jedoch suggerieren, dass der Übergang von DVDs zum Streaming langsam und fließend von statten gehen würde. Das Gegenteil ist der Fall.

Gerade einmal ein Jahr später ist Netflix klar, dass DVDs ihren Zenit überschritten haben und auf diese Erkenntnis haben sie drastisch reagiert:

Dieser Umbruch birgt hohe Risiken. Netflix geht davon aus, dass sie die Umstellung bis zu 6,5 Millionen Kunden kosten wird. Trotzdem ist dieser Weg der einzig konsequente um auf die veränderten Rahmenbedingungen zu reagieren. Am Ende des dritten Quartals wird Netflix „nur“ noch 3 Millionen DVD only Abonnenten haben wohingegen sie 10 Millionen Streaming only Kunden erwarten (PDF). Das bedeutet ein Verhältnis von mehr als 3:1 für die online Distribution. Mit dieser neuen Abonnenten-Struktur ist Netflix gut gerüstet für das Ende der DVD und kann der weiteren Entwicklung gelassen gegenüber stehen.

Es zeigt sich jedoch wie schwierig ein solcher Wandel ist. Nicht jede Firma würde 6,5 Millionen zahlende Kunden vor die Tür setzen und wenn selbst das Vorzeige-Unternehmen für online Streaming den fundamentalen Wandel von der DVD zum Streaming mit einem falschen Timing versieht, wie geht es dann erst den klassischen Medienunternehmen? Und wie viele alte Kunden müssen diese Unternehmen verlieren um ihre Zukunft zu gewinnen? Zur Erinnerung deren Umsätze sehen im Moment so aus.

VoD vs. Verleihmarkt