Aggregation: Wettstreit von Sendern, Plattformen und Ökosystemen – eine Systematisierung #mcb14

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Aggregatoren sammeln Milliarden von Internetseiten, Fotos oder Nutzerprofilen. Dadurch kommen Nutzer jeden Tag mit Aggregation in Berührung. Wer sind die Player, wie funktioniert sie und was sind die Geschäftsmodelle? Das Thema ist in aller Munde, doch trotz der Präsenz fällt auf, dass eine substantielle Analyse fehlt.

Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg möchte diese Lücke mit einer eigenen Untersuchung schließen. Diese Analyse besteht aus drei Teilen: einer interaktiven Systematisierung, einem Nachmittag auf der Media Convention Berlin zum Thema Aggregation und der Vorstellung der Systematisierung in meiner Keynote am 6.5.2014 auf der Media Convention. Die wichtigsten Punkte und Medien aus der Systematisierung und Keynote habe ich hier zusammen gefasst.

Video der Keynote

Folien der Keynote

Kernthesen der Keynote

Die Entwicklung wird immer schneller und komplexer.

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Neue Angebote kommen innerhalb kürzester Zeit auf den Markt, etablieren sich oder verschwinden wieder. Somit wird die Aggregations-Landschaft noch deutlich komplexer werden und sich in einem rasanten Tempo verändern und weiter entwickeln. Vor allem die Vernetzung zwischen „alter“ und „neuer“ Welt wird noch stark zunehmen.

Aggregation hat keinen Wert an sich!

Nur weil wir Inhalte sammeln oder bündeln, wird noch kein Wert geschaffen. Je mehr Inhalte ein Angebot beinhaltet, desto länger dauert im Zweifelsfall die Auswahl. Deshalb braucht es eine Innovation, um die Sammlung werthaltig zu machen. Bei Netflix war es das Geschäftsmodell – no late fees – also ein monatlicher Betrag statt einzelner Transaktionsgebühren. Bei Google war es der Such-Algorithmus also eine Innovation bei der Auswahl. Bei iOS war es der Zugang – das iPhone – der die Nachfrage erzeugt hat.

Der Einzelinhalt spielt keine Rolle mehr.

Wenn wir Hunderttausende, Millionen oder gar Milliarden von Inhalten sammeln, dann spielt nur noch das Gesamtangebot eine Rolle. Wie wichtig sind Filme für den Erfolg des iPhones und iOS? Was passiert, wenn morgen eine Milliarde Seiten aus dem Index von Google verschwinden?

Aggregation verlagert sich auf Nutzer und Kaufkraft.

Wir erleben immer wieder das gleiche Muster: Zuerst sorgen attraktive Inhalte oder eine innovative Auswahl für Nutzer und eine Nachfrage nach dem Angebot. Indem die Nutzerbasis wächst, wandelt sich das Verhältnis und nicht mehr Inhalte sorgen für Nutzer sondern Nutzer für Inhalte. Plötzlich wird der Aggregator als wertvolle Plattform wahrgenommen, über den die Anbieter (zusätzliche) Nutzer erreichen wollen.

Übergeordnete Aggregatoren wie iOS oder Android werden ihre dominierende Stellung weiter ausbauen.

iOS und Android haben sich in den letzten sechs Jahren zu den zentralen Knotenpunkten entwickelt. Es handelt es sich dabei um zwei der am schnellsten wachsenden Plattformen weltweit, zu denen Google und Apple den Zugang kontrollieren. Nicht zuletzt Microsoft hat den Beweis angetreten, wie mächtig diese Zugangskontrolle ist. Microsoft führt nun für jedes über iOS verkaufte Office-Produkt 30% an Apple ab, genauso wie alle anderen Anbieter auch. Es zeichnet sich zudem ab, dass diese Machstellungen weiter ausgebaut werden.

Systematisierung der Aggregation

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Grundlegend lässt sich Aggregation in fünf Bestandteile zerlegen: Angebot, Auswahl, Zugang, Nachfrage und Wertschöpfung. Diese fünf Bestandteile ergeben je nach Ausprägung drei zu unterscheidende Arten der Aggregation: selektive Aggregation (Bündel), umfassende Aggregation (Plattformen) und übergeordnete Aggregation (Ökosysteme). [mehr]

Um diese theoretische Basis zu untermauern und das komplexe Thema erfahrbar zu machen gibt es interaktive Grafiken, die es erlaubt die Verflechtungen der Anbieter sowie die Größenverhältnisse und Entwicklung der letzten Jahre nachzuvollziehen.

Aggregations-Tubemap

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Angebotsvergleich der Aggregatoren

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Viel Spass beim Ausprobieren und Stöbern!

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