What would Gugel do? Disrupt the Cable Co’s!

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Frei nach dem von Jeff Jarvis eingeführten Motto What would Google do? eine kleine Überlegung, was ich tun würde, wenn ich YouTubes weitere Strategie beeinflussen könnte.

Die große Herausforderung vor der YouTube im Moment steht ist es Inhalte zu akquirieren und den Wandel von einem Clip-Portal hin zu einem Bewegtbild-Portal zu schaffen, das ganz natürlich auch TV- und Film-Inhalte umfasst.

Um dieses Ziel zu erreichen sollte Google meiner Meinung nach zwei Dinge tun, die sich als extrem disruptiv für die Satelliten und Kabelnetzbetreiber erweisen könnten:

  1. YouTube Abrufe müssen in die TV-Quoten einfließen. Google sollte alles (Geld, Ressourcen, Infrastruktur, Nutzerdaten) daran setzen mit den Nielsens dieser Welt (Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung in Deutschland) eine Vereinbarung zu treffen, die es den Fernsehanstalten erlaubt Abrufe ihrer Inhalte auf YouTube in ihre normale Quote einzurechnen. Ein Abruf auf YouTube sollte demnach genauso gezählt werden, wie ein klassischer TV-Zuschauer. Zumindest Nielsen ist dieser Art der Zählung nicht abgeneigt, solange der Inhalte, der im Netz bereit steht, mit dem Inhalte im TV übereinstimmt (Werbung bleibt erhalten). Entsprechende Aussagen waren auf der NewTeeVee Live zu hören. Zudem arbeitet Nielsen bereits daran auch die TV-Nutzung am PC zu erfassen. Von daher könnte Google in dieser Hinsicht sogar offene Türen einrennen.
  2. YouTube sollte alle TV-Programme 1:1 aufzeichnen. Ähnlich, wie es Google bei den Büchern gemacht hat (erst Scannen, dann Fragen) sollte auch beim TV Fakten geschaffen werden. Die BBC benötigt gerade einmal 60 Server um alle Inhalte für den iPlayer aufzubereiten, von daher sollte es YouTube ein leichtes sein alle TV-Programme (inklusive Werbung) abzugreifen und zu digitalisieren. Vordergründig kann es ja erst einmal darum gehen die TV-Programme mittels der neuen automated Captioning Funktion durchsuchbar zu machen ;)

Dieses Vorgehen würde zwei Probleme für YouTube lösen. Erstens steht YouTube nicht mehr in Konkurrenz zu den Fernsehsendern, es hilft diesen sogar und zweitens erhält YouTube alle ausgestrahlten Inhalte automatisch. Letzteres wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein rechtliches Nachspiel haben. Aber es ist immer schwerer gegen Fakten zu argumentieren als gegen Ideen. Dieses Vorgehen würde Fakten schaffen und zudem ein riesiges Problem für die Fernsehsender lösen – sie müssen sich um die online Distribution keine Gedanken mehr machen – und Idealerweise sogar die Werbetreibenden dazu veranlassen ein Premium zu bezahlen für eine hochwertigere Zielgruppe im Internet.

Die Verlierer in diesem Spiel stehen genauso fest und es sind genau die Firmen, denen Google nur zu gern den Kampf erklärt: Kabelnetzbetreiber und Satellitenanbieter. Beides Unternehmensgruppen die Google gerne aus dem Markt drängen würde, denn das Internet kontrolliert Google auf die geschlossenen Kabel- und Satellitennetzwerke hat Google keinen Einfluss und ist bisher auch mit allen Vorstößen (TV-Ads, Radio-Ads etc.) in diese Netze gescheitert.

Natürlich reden wir hier von einem riesigen Wandel, der vollzogen würde. Immerhin war und ist die TV Distribution ein extrem lukratives Geschäft – wir reden von einem 100 Milliarden Dollar Markt allein in den USA (2008).

Kein Comcast oder Time Warner Cable dieser Welt wird diesen Markt ohne Kampf aufgeben, aber für YouTube könnte genau das der Markt sein, den Google von Anfang an bei der Akquisition im Auge hatte und ganz nebenbei ist es Wahrscheinlich genau die riesige Herausforderung, die es für Larry und Sergey noch attraktiver macht.

Also wenn ihr mich fragt ist Google/YouTube gerade dabei und macht genau das was ich hier beschrieben habe, hinter verschlossenen Türen und gut geschützt durch strikte NDAs ;)

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Tweets die What would Gugel do? Disrupt the Cable Co’s! | Digitaler Film erwähnt -- Topsy.com

  2. Ist das so, dass YouTube/ Google den Fernsehsendern helfen würde? Den privaten? Wenn man an OTR denkt, wurden diese ja nicht gerade immer mit offnenen Armen von den privaten Sendern empfangen. Für die öffentlich-rechtlichen sieht das schon eher so aus, wie du es beschreibst.
    Was gäbe es für finanzielle Lösungen? OK, die Werbekunden müssten irgendwann erkennen, dass nun tatsächlich mehr Menschen erreicht werden…dafür darf aber die Werbung wiederum nicht vorspulbar sein.
    Interessant, interessant, das alles!
    Danke für den Artikel :-).

  3. Pingback: uberVU - social comments

  4. Raab hat alle seine Clips von YouTube verbannt und sich sein eigenes YouTube gebaut. Die Zahlen wird er sicher auch den Werbekunden und ProSieben präsentieren, wobei die Sendungen in Clips zerstückelt wird.

    Richtig interessant dürfte Dein Gedankengang erst mit den neuen TV-Geräten werden. Wenn die Hersteller und Anstalten sich auf eine Messung einigen und alles was man über den neuen Flachbildschirm mit Internetanbindung schaut auch als Quote gemessen wird.

    Für die breite Masse an TV-Formaten wird sich dadurch aber glaube ich nicht viel ändern. Vielmehr würden TV-Highlights noch einmal aufgewertet, weil sich viele TV-Zuschauer einen Horst Schlämmer bei Jauch noch einmal auf YouTube ansehen.