Post-DVD Ära: UltraViolet und iTunes Play

Nicht nur Netflix hat festgestellt, dass DVDs an Momentum verlieren. Auch Hollywood ist aufgefallen, dass DVDs zunehmend in Bedrängnis geraten und der designierte Nachfolger die Blu-Ray nicht wirklich als Ersatz bereit steht. Ein Übergang mit einer ähnlichen Dynamik wie von der VHS zur DVD ist für Blu-Rays nicht absehbar.

Im Jahr 2010 setzten DVDs in den USA noch $14 Mrd. um wohingegen mit Blu-Rays – etwas über 4 Jahre nach Einführung – lediglich $2,3 Mrd. erwirtschaftet wurden. Im Gegensatz dazu hat die DVD 4 Jahre nach Einführung $5,3 Mrd. umgesetzt und damit die VHS überholt.

Die Post-DVD Ära wird also nicht mehr von physikalischen Medien geprägt sein. Das zeigt sich vor allem an einer ganzen Reihe neuer Geräte, die dem Medienkonsum dienen: Sämtliche Tablets und vor allem das iPad verfügen über kein physikalisches Laufwerk mehr. Steve Jobs selbst hat mit dem iPad die Post-PC Ära eingeläutet und in dieser Ära ist kein Platz mehr für physikalische Datenträger. Doch es sind nicht nur Tablets sondern auch zunehmend PCs, die über kein Laufwerk mehr verfügen: Netbooks, Ultrabooks, MacBook Air und Mac Mini fast jede PC-Kategorie die noch Wachstum aufweist setzt auf einen Formfaktor ohne DVD-Laufwerk.

UltraViolet & iTunes Play

Es überrascht also nicht, dass die Industrie fieberhaft nach einem geeigneten Nachfolger sucht, der den Platz der DVD einnehmen kann. Hollywood setzt dabei auf UltraViolet ein Konsortium aus dem WhoisWho der Branche das einen Standard für digitale Filmverkäufe entwickelt hat. UltraViolet soll als zentraler Speicherort für gekaufte Filme dienen. Anders als die bisherigen Initiativen, die hauptsächlich auf den Schutz der Inhalt durch Digital Rights Management Systeme abzielten, soll UltraViolet den Kunden einen wirklichen Mehrwert bieten. Filme die von einem UltraViolet Partner gekauft werden können 1) als Download auf bis zu 12 Geräte übertragen werden 2) auf bis zu drei Clients simultan gestreamt werden 3) mit physikalischen Medien gebundelt werden und sind 4) nicht an einen Partner gebunden. Die zentrale Verwaltung übernimmt der UltraViolet Service im Netz. Dort freigeschaltete Filme können zudem von bis zu sechs Personen des Haushalts genutzt werden.

Die gewährten Rechte zeigen, dass Hollywood etwas gelernt hat und nun versucht seinen Kunden einen wirklichen Mehrwert durch den Kauf einer digitalen Kopie zu bieten. Zudem können Gerätehersteller und Appentwickler auf UltraViolet Schnittstellen zugreifen um so den Nutzern nativ Zugriff auf die Inhalte zu ermöglichen. Damit ist UltraViolet direkt als Ökosystem angelegt, das es einer Vielzahl von Anbietern ermöglichen soll auf seiner Basis neue Dienste, Services und Geräte zu entwickeln. Eine erste Implementation von UltraViolet für die Filme Green Latern und Horrible Bosses will Warner Bros. bis Ende des Jahres am Start haben, dann wird sich zeigen ob das Versprechen auch gehalten wird.

Interessanterweise sind Apple und Amazon bei UltraViolet nicht mit von der Partie. Das könnte daran liegen, dass diese Anbieter eigene Vorstellungen haben wie ein digitales Filmprodukt aussehen soll. Apple wird nachgesagt, dass sie gerade dabei sind iTunes Play einzuführen, dass es erlaubt Filme im Netz zu speichern und dann auf beliebige Apple Geräte zu streamen. Ein erster Schritt in diese Richtung wurde mit dem jüngsten Softwareupdate für AppleTV bereits getan. Nach dem Update können auf dem Gerät gekaufte Shows direkt von Apples Servern gestreamt werden.

Digital Locker ersetzen die DVD

Die Aktivitäten zeigen, dass die Post-DVD Ära von Diensten in der Cloud geprägt sein wird. Die Nutzer erhalten Accounts bei sogenannten Movie Lockern, die alle ihre Filme im Netz speichern und ihnen bei Bedarf Zugriff auf die Inhalte einräumen oder die Filme zum Download bereit stellen. Inwieweit diese Initiativen das Potential haben die DVD abzulösen wird sich zeigen, zumindest auf dem Papier klingen die Lösungen vielversprechend.

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