Heute gab YouTube offiziell bekannt, dass sie über eine Milliarde Videos pro Tag ausliefern. Damit wird nun Endgültig die nächste Phase eingeleitet, denn diese Zahl stellt YouTube auf eine Stufe mit den etablierten Medienhäusern, was eine kleine Berechnung zeigt.
Rechnet man auf Grundlage der abgerufenen Videos, die angesehenen Minuten aus, so sehen die User auf YouTube jeden Tag 3,7 Milliarden Minuten Video (die durchschnittliche Clipdauer beträgt 3,7 Minuten). Diese Rechnung berücksichtigt allerdings noch nicht, dass durchaus einige Videos nicht allein konsumiert werden sondern mehrere Leute gemeinsam vor dem PC sitzen.
Trotzdem kann man dieser Zahl schön die täglichen Sendeminuten der RTL Group (RTL, RTL II, Super RTL, Vox, n-tv) gegenüber stellen. 72,2 Mio. Deutsche sahen am 8. Oktober 200 Minuten fern. Verrechnet man damit den Marktanteil der RTL Group im August von 24,1% [PDF Dokument] ergeben sich 3,48 Milliarden gesehene Minuten für die Sendergruppe – schlappe 220 Mio. Minuten weniger als YouTube.
Kein einzelner Sender in Deutschland wird pro Tag genauso lange gesehen wie YouTube (weltweit) – lediglich die geballte öffentlich-rechtliche Power bringt es auf mehr Minuten (6,2 Mrd.).
Diese kleine Verdeutlichung zeigt, was YouTube auf die Beine gestellt hat. Nämlich nichts anderes als einen globalen Sender, der es mit den etablierten Fernsehsendern locker aufnehmen kann. Und es wird noch ungemütlicher, wie man auf der IFA schön sehen konnte. Schon nächstes Jahr wird kaum noch ein Fernseher ohne YouTube ausgeliefert werden. Alle namhaften Hersteller (Panasonic, Sony, Samsung, Philips, LG) haben die Plattform integriert. Damit ist YouTube genauso viele Klicks vom Ersten entfernt wie das Dritte. In kürze fällt somit die vorletzte Bastion (das Wohnzimmer) der Sender, bleibt die Letzte – live ;)
Interessanter Artikel. Unfassbare Zahlen und im Kern eine greifbare, drohende Gefahr für das klassische Fernsehgeschäft. Da wächst in aller Ruhe ein Riese heran, der schon sehr bald dieses Geschäft dominieren wird. Das Jammern der ganzen Industrie wird groß sein und womöglich gibt es kein zurück mehr.
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hmm. bleibt die frage.
was bedeuten 1 mrd video views pro tag?
zu ende geschaut?
wohl kaum.
von daher trügt eine auf durchschnittliche von comscore ausgerechnete länge basierende rechnung.
liest sich als headline natürlich trotzdem toll.
hast du zufällig zahlen zum deutschen vergleich?
das wäre ja mal spannend.
Hallo Dallas,
im Durschnitt ist ein Video View 3,7 (im September sogar 3,8) Minuten lang. Das ist unabhängig von der tatsächlichen Länge des Videos von daher ist die Rechnung korrekt.
In Deutschland reiht sich YT in der Primetime nach RTL und P7 an dritter Stelle ein, was die Reichweite in der jungen Zielgruppe anbelangt – also vor Sat1, ARD etc. Die genauen Zahlen darf ich leider nicht posten.
Gruß Bertram
Hallo Betram,
sorry dass ich noch mal insistiere.
Ein durchschnittlicher Video View auf YOUTUBE ist 3,8 Minuten lang?
Oder beziehst du dich auf die Comscore Zahlen?
Dort sind in diesem Durchschnitt dann auch die längeren Formate z.B. von hulu.com mit drin.
Ich plädiere eh dafür, als eine aussagefähigere Größe im Vergleich der Plattformen
die gesamten Userminuten mit anzugeben.
Dann wäre der Vergleich mit TV besser möglich.
Und wichtiger. Aus wirtschaftlicher Sicht macht es einen erheblichen
Unterschied, ob ich 1 Mio Video Views a 30s oder 1 Mio Video Views a 20 Minuten habe.
Da ich dort natürlich mehr Werbung unterbekommen kann.
Da würde mich deine Meinung interessieren
Grüße
Dallas
Hallo Dallas,
es gibt drei Argumente, die dagegen sprechen, dass Hulu etc. diese Nummern verfälschen.
1. Ist die durchschnittliche Sehdauer auf Hulu gerade einmal 6 Minuten.
2. Bei der geringen Anzahl an Streams (im Vergleich zu YouTube), die Hulu sendet ist deren Einfluss auf den Durchschnitt sehr überschaubar.
3. In Deutschland liegt die durchschnittliche Videodauer über 6 Minuten und hier gibt es kein Hulu.
Ich denke man kann die Zahlen so stehen lassen, bis es spezifischere gibt. Natürlich sind solche Herleitungen immer anfällig – es geht aber auch darum ein Prinzip zu illustrieren und nicht exakt zu rechnen.
Gruß Bertram