Das Ende des Distributionsmonopols des Fernsehens?

Langjährige Leser können sich vielleicht noch an die Forschungsnotizen erinnern, in denen ich kleine Einblicke in meine Magisterarbeit zum Thema Das Ende des Distributionsmonopols des Fernsehens? gab. Es hat lange gedauert aber nun ist es endlich soweit und ich kann die ganze Magisterarbeit hier im Blog veröffentlichen.

Wer sollte die Arbeit lesen?

Die Arbeit befasst sich Grundlegend damit, was passiert, wenn Markteintrittsbarrieren Rund um die Verbreitung audiovisueller Medien wegfallen. Ein Thema, das in der einen oder anderen Form momentan sämtliche Medien betrifft und sehr heiß diskutiert wird.

Dieser Entwicklung liegen viele verschiedene Einflüsse zugrunde, die in ihrer Gänze schwer zu fassen sind. Deshalb wurde versucht die Einflüsse zu Systematisieren und in Indikatoren für den Wandel zu überführen. Diese Indikatoren wurden wiederum quantifiziert und in die Zukunft projiziert. Daraus ergaben sich drei verschiedene Zukunftsszenarien, die von Experten überprüft wurden. Als Fazit kann die Arbeit deshalb einen einigermaßen validen Ausblick auf den Wandel geben mit dem sich die audiovisuellen Medienunternehmen in den kommenden Jahren befassen werden.

Wer also Antworten darauf sucht, was den Wandel treibt und wie der Wandel vonstatten geht, sollte die Arbeit lesen. Wer Antworten darauf sucht, wie man mit dem Wandel umgehen kann und was die neuesten Entwicklungen sind, sollte lieber dieses oder andere Blogs lesen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen.

Die Arbeit wurde von Prof. Steinmetz und Dr. Wehn mit sehr gut (1,1) benotet.

Download

Die gesamte Magisterarbeit zum Download umfasst 153 Seiten (2,2 MB, PDF):

Bertram Gugel: Das Ende des Distributionsmonopols des Fernsehens?
Einflüsse der Konvergenz der Desintegration von Medium und Inhalt und eines veränderten Konsumentenverhaltens auf die audiovisuellen Medienunternehmen.

Viel Spass beim Lesen!

Aus der Einleitung

Fernsehen und Rundfunk genießen seit jeher eine Sonderstellung in der Medienlandschaft. Sowohl im Hinblick auf die Aufmerksamkeit der Konsumenten als auch bei den Werbeumsätzen nimmt das Fernsehen die Spitzenposition ein und konnte diese in den letzten Jahren trotz neuer Möglichkeiten des Internets weiter ausbauen. Das Fernsehen in Deutschland wird dominiert von den öffentlich-rechtlichen Anstalten auf der einen und großen privaten Senderketten auf der anderen Seite. Trotz seiner exponierten und gefestigten Position sieht sich das Fernsehen heute vielschichtigen Veränderungen ausgesetzt. Neben der Einführung des digitalen Rundfunks und der damit einhergehenden Digitalisierung der Übertragung hat sich mit dem Internet ein weiterer Übertragungskanal entwickelt, der ergänzend zu den klassischen Übertragungswegen eine Rolle spielen kann. Hinzu kommen neue, alternative und intelligentere Endgeräte und ein verändertes Konsumentenverhalten. Das Fernsehen befindet sich somit in einem Spannungsfeld von Innovationen und Veränderungen, das näher untersucht werden soll.

Aus dem Fazit

Die Zeiten, in denen es nur den Sendern mit Rundfunklizenz möglich ist ein Massenpublikum mit audiovisuellen Inhalten zu erreichen, gehören somit schon bald der Vergangenheit an. Für die audiovisuellen Medienunternehmen bedeutet dies, dass der Rundfunk zwar auch in Zukunft ein dominanter Verbreitungsweg sein wird, die Bedeutung des Rundfunks geht allerdings zurück, da sich die Unternehmen auch mit alternativen Verbreitungswegen und -formen befassen müssen. Es werden sich eine Vielzahl von Internet-TV-, Video-on-Demand und IPTV-Diensten seitens der Medienunternehmen entwickeln, die mit mindestens ebenso vielen, bunten und vielseitigen Diensten branchenfremder Anbieter konkurrieren müssen. Diese Anbieter profitieren von den sinkenden Transaktionskosten und Markteintrittsbarrieren. Die Entwicklung in den nächsten fünf Jahren wird getragen von den im Trendszenario beschriebenen Einflüssen der Konvergenz, der Desintegration von Medium und Inhalt und einem souveränen Konsumentenverhalten.

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Zielsetzung und Problemstellung der Arbeit
1.2 Vorgehen und Aufbau der Arbeit

2 Die Situation des Fernsehens
2.1 Definition von Fernsehen
2.2 Audiovisuelle Medienunternehmen
2.2.1 Definition
2.2.2 Geschäfts- und Erlösmodelle
2.2.3 Strategien und Operations
2.2.4 Das Konzept der Content-Intermediation
2.3 Märkte der Medienunternehmen
2.3.1 Mediengüter
2.3.2 Werbemarkt
2.3.3 Konsumentenmarkt
2.3.4 Beschaffungsmarkt
2.3.5 Anbieterstruktur in Deutschland
2.4 Das Distributionsmonopol des Fernsehens
2.4.1 Distributionskanäle
2.4.2 Strukturelle Markteintrittsbarrieren
2.4.3 Institutionelle Markteintrittsbarrieren
2.4.4 Strategische Markteintrittsbarrieren
2.5 Zwischenfazit

3 Die Einflussfaktoren
3.1 Konvergenz
3.1.1 Konvergenz auf Netzebene
3.1.2 Konvergenz der Endgeräte
3.1.3 Anbieter- und Produkt-Konvergenz
3.1.4 Auswirkungen der Konvergenz auf das Distributionsmonopol
3.1.5 Indikatoren zum Fortgang der Entwicklung
3.2 Desintegration von Medium und Inhalt
3.2.1 Video-on-Demand
3.2.2 Festplattenrecorder
3.2.3 Auswirkungen der Desintegration auf das Distributionsmonopol
3.2.4 Indikatoren zum Fortgang der Entwicklung
3.3 Verändertes Konsumentenverhalten
3.3.1 Geräteausstattung
3.3.2 Mediennutzungsverhalten
3.3.3 Auswirkungen eines veränderten Konsumentenverhaltens auf das Distributionsmonopol
3.3.4 Indikatoren zum Fortgang der Entwicklung

4 Methodisches Vorgehen
4.1 Methoden- und Quellenwahl
4.2 Inhaltsanalyse
4.3 Szenariotechnik
4.4 Expertenbefragung

5 Auswirkungen auf die Medienunternehmen
5.1 Der empirische Rahmen der Szenarien
5.2 Negatives Szenario
5.2.1 Die Rahmenbedingungen
5.2.2 Einflüsse auf die Medienunternehmen und das Distributionsmonopol
5.2.3 Fazit des negativen Szenarios
5.3 Positives Szenario
5.3.1 Die Rahmenbedingungen
5.3.2 Einflüsse auf die Medienunternehmen und das Distributionsmonopol
5.3.3 Fazit des positiven Szenarios
5.4 Trendszenario
5.4.1 Die Rahmenbedingungen
5.4.2 Einflüsse auf die Medienunternehmen und das Distributionsmonopol
5.4.3 Fazit des Trendszenarios

6 Einschätzung der Szenarien durch Experten

7 Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang
Anhang 1: Codebuch
Anhang 2: Untersuchte Dokumente
Anhang 3: Anschreiben an die Experten
Anhang 4: Antworten der Experten
Anhang 5: Ergebnis der Inhaltsanalyse

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