Serie Filmdownloads V: Marktanalyse
Von Bertram am 16. Februar 2006. Abgelegt unter Business, Distribution, FilmdownloadsNach den eher allgemeinen Chancen eines Filmdownload-Angebots folgen nun die Zahlen. Allerdings sei gleich vorweg gesagt, dass es etwas schwierig ist hier mit Zahlen zu hantieren, denn es gibt zwar eine Menge Zahlen jedoch sind diese nicht umsonst. Ob Deloitte, Nielson, PWC oder die GfK alle haben sie Zahlen zu den Märkten und entsprechende Studien, nur leider sind diese nicht bezahlbar. Eine Studie von 20 Seiten die dann gleich mal tausend Euro kostet, mag für für Firmen interessant sein aber für mich sind solche Berichte weit außerhalb des Möglichen. Deshalb beschränken sich die Zahlen auf publizierte Studien, Pressemitteilungen und Medienberichte.
Marktanalyse
Dem Downloadmarkt wird ein enormes Wachstumspotential zugesprochen, was im Moment hauptsächlich daran liegt, dass er in Deutschland und Europa so gut wie noch nicht existent ist.1 Allerdings stimmen Studien auch darüber ein, dass mittelfristig der Video on Demand Markt komplett durch Download-to-own Angebote abgelöst wird, da diese Angebote näher am Konsumentenwillen liegen als das Mieten der Filme.2 Trends in diese Richtung sind vor allem in den USA zu erkennen. So bietet CinemaNow neben seinem Mietservice mittlerweile auch Downloads an.3 Das Angebot der großen Hollywoodstudios „Movielink.com“ wird gerade massiv erweitert. Allein Sony digitalisiert gerade 500 Filme für das Portal.4 Nach der Erweiterung des iTunes Music Stores um Musikvideos und Serien zum Download, wurden innerhalb von 20 Tagen bereits eine Million Videodownloads verkauft.5 Nach diesen Beispielen verwundert es nicht, dass Screen Digest dem Download Markt in Groß Britannien ein Volumen von 88,7 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren voraussagt. Für ganz Europa soll der Umsatz 2010 bei 250 Millionen Euro liegen und der Filmdownload eine ähnliche Erfolgsgeschichte wie die DVD hinter sich haben.6
Gerade der Home Cinema Boom könnte auch dem Filmdownload zum Durchbruch verhelfen. Heute wird über den Videomarkt fast ein doppelt so hoher Umsatz wie an der Kinokasse generiert.7 Gerade der DVD-Verkauf erweist sich hierbei als ertragsstärkstes Segment wohingegen der Verleih von Filmen stagniert und nur dank neuer Verleihmodelle über das Internet keinen Rückgang verzeichnen musste.8 Gerade diese Internet-Verleih-Modelle, sowie der Trend hin zu alternativen Abspielplattformen (14% werden am Computerbildschirm betrachtet) lassen das Potential für Filmdownloads erahnen.9
Doch nicht nur die Studios und Produzenten haben ein Interesse an einem wachsenden Downloadmarkt. Zwar bietet das Internet Möglichkeiten einen Downloadservice unabhängig von Zugangprovidern und Kabelfirmen zu betreiben, allerdings drängen verstärkt Zugangsprovider in diesen Markt, da sie mit Hilfe von Filmdownloads ihre Breitbandanschlüsse im so genannten „Triple Play“ besser vermarkten können.10 Es ist also zu erwarten, dass z.B. die Telekom ihr Video on Demand Angebot T-Onlinevision um einen Downloadservice erweitert.
1 Vgl. Guillou, Bernard: (2004), S. 30.
2 Vgl. Screendigest (Hrsg.): Download to own business models, not rental will drive video-ondemand spending over the next decade, concludes a new study. (.pdf) London, 2005. Zugriff: 12.11.2005
Sowie Mediabiz: Zukunft von VoD liegt in Download-to-Own.
3 Vgl. Olsen, Stefanie: CinemaNow debuts download-to-own movies. In: CNET News.com, 15.01.2004. Zugriff: 07.11.2005.
4 Vgl. Hansell, Saul: (2005).
5 Vgl. Apple: iTunes Music Store Sells One Million Videos in Less Than 20 Days. 31.10.2005. Zugriff: 29.11.2005.
6 Vgl. Mediabiz: Legale Filmdownloads stehen kurz vor dem Durchbruch.
7 Vgl. Bundesverband Audiovisuelle Medien: (2005), S. 4.
8 Vgl. ebd.
9 Vgl. Bundesverband Audiovisuelle Medien: (2005), S. 7.
10 Vgl. The Digital TV Weblog: Chambers: ‘We almost forgot that video was part of the Quadruple Play!’. 20.11.2005. Zugriff: 21.11.2005.
Sowie PricewaterhouseCooper, Global Technology Centre (Hrsg.): IP Transformation. Beyound the Triple Play. 2005. Als PDF: pwc_transformation.pdf, S. 3.
Im nächsten Teil der Serie wird die Zielgruppe untersucht an die sich ein Fildownload-Angebot wenden sollte.
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