Software vs. Kreativität – Filme der Woche
Von Bertram am 11. November 2005. Abgelegt unter Clips, SeminarHeute geht es um die Frage, welche Rolle spielt die Software bei der Produktion digitaler Filme. Besonders die Annahme, dass Filme mit den neuen technischen Mitteln einfach von einer Person erstellt werden können stimmt nur solange, wie man die Produktion der Software aus dem Entstehensprozess heraus hält. Die Vorgaben und Vorleistungen der Softwareingenieure haben oft einen entscheidenden Einfluss auf die Ästhetik und die technische Realisierung digitaler Filme. Deshalb wollen die heutigen Filme das Spannungsfeld zwischen Softwareeffekt und Kreativität ausloten. Denn die Grenzen und Möglichkeiten der Software können die Kreativität sowohl lähmen als auch beflügeln.
red vs. blue: real life vs. internet

Als erstes zwei Machinima-Produktionen. Im ersten Clip wurden keine Veränderungen an der Engine des Spiels (Halo) vorgenommen sondern nur normale Spielhandlungen aufgezeichnet und anschließend synchronisiert. Der Einfluss der Spielentwickler auf die Ästhetik und Handlung des Films ist sehr hoch.
red vs. blue: real life vs. internet (3:14min, 21,5MB, Quicktime)
The Journey

Das andere Ende der Skala stellt “The Journey” von Friedrich Kirschner dar. In diesem Beispiel wurden alle Texturen des Spiels durch eigene Grafiken ersetzt. Außerdem wurde die Handlung des Films in das Spiel programmiert. In diesem Fall war die Engine des Spiels (Unreal Tournament 2003) nur die Grundlage und ein Werkzeug für das Endprodukt.The Journey wurde beim Contest “Make Something Unreal” als bester “nicht interaktiven Echtzeitfilm” ausgezeichnet.
Friedrich Kirschner: The Journey (zip-File) (7:53min, 31,6MB, Quicktime)
Decibel

Doch nicht nur Machinima-Produktionen können sehr stark auf ihre Machart hinweisen und von ihr beeinflusst sein. Das selbe Problem ergibt sich auch, wenn man gefilmtes Material durch Filter laufen lässt um daraus einen neuen Clip zu erzeugen. Auch hier ist die Ästhetik sehr stark durch die Filtersoftware vorgegeben und nicht so sehr vom Filmemacher. Das kann hier dem Zweck (ein Experiment für ein DJ Festival) gerecht werden aber muss nicht immer die ideale Lösung sein. Und ist auch problematisch, weil man sich an digitalen Effekten recht schnell satt sieht.
Digital Kitchen: Decibel (1:22min, 11,5MB, Quicktime)
Johnnie Walker – Painting

Das Softwarefilter auch ihre guten Seiten haben und hin und wieder interessante Clips erst möglich machen zeigt die Werbung für Johnnie Walker. Hier spaziert der Held durch die verschiedensten Kunststile, was einen interessanten visuellen Eindruck hinterlässt.
BBH: Johnnie Walker – Painting (1:00min, ??MB, Quicktime)
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